Bedürfnisprüfung bei der Erbschaftssteuer Image
Quelle: patila – Fotolia

Bisher werden Unternehmen von der Erbschaftsteuer verschont, wenn sie über eine längere Zeit die Anzahl der Arbeitsplätze weitgehend konstant halten. Das soll auch nach der anstehenden Erbschaftssteuerreform so bleiben. Allerdings muss nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts bei größeren Unternehmen geprüft werden, ob eine Steuerverschonung erforderlich ist. Strittig ist dabei bislang die Schwelle, ab der eine sogenannte Bedürfnisprüfung vorgenommen wird. Dem Bundesfinanzministerium schwebt dafür ein Wert von 20 Millionen Euro vor.

Davon wären rund 1,5 Prozent der Unternehmenserben betroffen, sofern das Jahr 2013 als Maßstab genommen wird. Das ist aber nur auf den ersten Blick wenig: Von den rund 3,7 Millionen Unternehmen in Deutschland sind 92 Prozent vererbbare Familienunternehmen. Davon 1,5 Prozent ergibt rund 50.000 Unternehmen, die die Erbschaftssteuerreform träfe.

Auch die Zahl der tatsächlichen Erbfälle mit einem Wert von über 20 Millionen klingt für das Jahr 2013 wenig: 186. Doch hinter diesen 186 Erbfällen stehen jedes Mal Familienunternehmen mit Millionenumsätzen und möglicherweise mehreren tausend Arbeitsplätzen. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass Unternehmen mit einem Umsatz von 50 Millionen Euro – was in etwa einem Unternehmenswert von 20 Millionen Euro entspricht – mindestens 250 Mitarbeiter beschäftigen. Selbst konservativ geschätzt bedeutet das für die 186 Erbfälle im Jahr 2013, dass 50.000 Beschäftigte in Unternehmen angestellt waren, deren Eigentümer bei der Erbschaftssteuer von einer Bedürfnisprüfung betroffen gewesen wären. Wäre diese Prüfung negativ ausgefallen, hätten diese Arbeitsplätze ihren erbschaftssteuerlichen Schutz verloren.

Ansprechpartner

Ein bisschen mehr Netto vom Brutto
IW-Kurzbericht, 9. Januar 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Ein bisschen mehr Netto vom BruttoArrow

Mit jedem Jahreswechsel ändern sich die Eckwerte zur Berechnung der Steuer- und Abgabenlast: In diesem Jahr werden zum Ausgleich der kalten Progression der Steuertarif leicht abgeflacht und die Freibeträge erhöht. Allerdings steigt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung. Zudem erhöhen sich die Bemessungsgrenzen zur Renten- und Krankenversicherung, so dass für Single, Alleinerziehende und Familien nur ein kleines Plus übrigbleibt. mehr

Gastbeitrag, 12. Dezember 2016

Klaus-Heiner Röhl on INSMEblog A new culture encouraging entrepreneurship could trigger more start-upsArrow

Start-ups and innovative entrepreneurs are drivers of economic growth in regions and nations. But European regions show a rather low number of successful high growth start-ups compared to the United States. A contribution by Economist Klaus-Heiner Röhl on the Blog of the International Network for Small and Medium Sized Enterprises (INSME). mehr

IW-Report
IW-Report, 12. Dezember 2016

Tobias Hentze Mittelfristiger Finanzplan für den Freistaat ThüringenArrow

Trotz steigender Einnahmen gelingt es der Landesregierung nicht, am vormals geplanten Tilgungsplan für die Jahre 2016 und 2017 festzuhalten. Vielmehr wird nur durch Entnahmen aus der Rücklage in Höhe von insgesamt gut 240 Millionen Euro ein ausgeglichener Haushalt erreicht. Die Rücklage halbiert sich dadurch und verringert die Spielräume in der Zukunft. Eine Stellungnahme im Anhörungsverfahren des Haushalts- und Finanzausschusses zur Drucksache 6/2655. mehr