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Güterverkehr Quelle: mrivserg – Fotolia

Wie hoch der wirtschaftliche Schaden der GDL-Streiks im Güterverkehr ist, hängt entscheidend von der Streiklänge ab: Bei durchgängigen Streiks von mehr als drei Tagen sind in der Industrie Produktionsunterbrechungen zu erwarten. Die Schäden können dann schnell von einstelligen Millionenbeträgen auf über 100 Millionen Euro pro Tag ansteigen – so eine neue Schätzung des IW Köln.

Außerdem, so die IW-Experten, spielen für die Auswirkungen auf den Güterverkehr die Ankündigungsfristen der Gewerkschaft eine Rolle und die Frage, inwiefern betroffene Unternehmen auf andere Transportmittel ausweichen können. Weitere wichtige Faktoren sind die verfügbaren Containerstellplätze in den Frachthäfen, die Lagerhaltungskapazitäten der Unternehmen sowie die bei Lieferungen eingeplanten Zeitpuffer.

Die IW-Kostenschätzung berücksichtigt, dass etwa 17 Prozent des gesamten Güterverkehrs über die Schiene laufen und davon etwa zwei Drittel auf die Deutsche Bahn entfallen. Außerdem nehmen die Wissenschaftler an, dass die Bahn etwa ein Drittel ihrer Transporte durch den Einsatz von verbeamteten Lokführern und von Lokführern der Konkurrenzgewerkschaft EVG aufrechterhalten kann.

Ferner sagen die IW-Experten, dass der wirtschaftliche Schaden reduziert werden kann, wenn es den betroffenen Unternehmen gelingt, ihren Güterverkehr auf die Wasserwege, Fernstraßen oder auf private Bahngesellschaften zu verlagern, die von der GDL nicht bestreikt werden. Zudem spielt es eine Rolle, in welchem Umfang Lieferungen vorgezogen oder nachgeholt werden können und inwieweit zusätzliche Lagerkapazitäten aufgebaut werden können. Aber selbst wenn alle Möglichkeiten bestmöglich ausgereizt werden, dürfte sich der tägliche Streikschaden in der Industrie immer noch auf über 50 Millionen Euro pro Tag belaufen, sobald der Streik mehrere Tage andauert.

Ansprechpartner

13. Januar 2017

ver.di Mit Streiklust gegen MitgliederschwundArrow

Fünfzehn Jahre nach der Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft fällt die Bilanz gemischt aus. Die Mitgliederzahl von ver.di ging um ein gutes Viertel zurück, die Finanzen sind wieder auf dem aufsteigenden Ast – auch dank höherer Lohnabschlüsse. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 9. Januar 2017

Hagen Lesch Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.diArrow

Im Jahr 2001 schlossen sich fünf Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleis­tungsgewerkschaft (ver.di) zusammen. Fünfzehn Jahre nach der Gründung fällt die ver.di-Bilanz eher gemischt aus. Die Anzahl der Mitglieder sank um 27 Prozent und die Tarifbindung ging in einzelnen Tarifbereichen spürbar zurück. mehr

Verdi im Kampfmodus
IW-Pressemitteilung, 9. Januar 2017

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Lufthansa, Eurowings, Amazon – das Jahr 2016 war wieder reich an Streiks. Das liegt auch an der veränderten Strategie von Verdi, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: 15 Jahre nach ihrer Gründung setzt die Dienstleistungsgewerkschaft zunehmend auf Konfrontation. mehr