Bahn-Tarifkonflikt Image
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Gestern scheiterte der Versuch, die rivalisierenden Bahngewerkschaften, die Lokführergewerkschaft (GdL) und die Eisenbahnergewerkschaft (EVG), zu einer Kooperation zu bewegen. Das sind schlechte Voraussetzungen für die am morgigen Mittwoch anstehenden Tarifverhandlungen zwischen der GdL und der Deutschen Bahn. Nähern sich die Parteien nicht an, drohen Streiks, bei denen wieder einmal unbeteiligte Dritte die Leidtragenden sind. Obwohl sich Union und SPD im Koalitionsvertrag dazu verpflichtet haben, die Tarifeinheit wiederherzustellen, wurden die längst erarbeiteten Eckpunkte einer gesetzlichen Regelung noch nicht im Bundeskabinett beraten. Außerdem war schon länger absehbar, dass ein neuer Konflikt droht. Der Schienenverkehr ist seit Jahren die konfliktträchtigste Branche. Sich darauf zu verlassen, dass Arbeitsgerichte eingreifen und unverhältnismäßige Aktionen stoppen, wird die Bahnkunden kaum trösten. Denn schon eine Streikdrohung oder ein Streikaufruf führen zu massenweisen Umbuchungen und Verspätungen. Der Gesetzgeber steht in der Pflicht, den tarifpolitischen Ordnungsrahmen so zu justieren, dass Organisationskonflikte zwischen Gewerkschaften nicht innerhalb, sondern außerhalb von Tarifverhandlungen gelöst werden. Das verlangt eine funktionierende Tarifautonomie und kann nicht einfach auf die Rechtsprechung abgewälzt werden.

Ansprechpartner

13. Januar 2017

ver.di Mit Streiklust gegen MitgliederschwundArrow

Fünfzehn Jahre nach der Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft fällt die Bilanz gemischt aus. Die Mitgliederzahl von ver.di ging um ein gutes Viertel zurück, die Finanzen sind wieder auf dem aufsteigenden Ast – auch dank höherer Lohnabschlüsse. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 9. Januar 2017

Hagen Lesch Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.diArrow

Im Jahr 2001 schlossen sich fünf Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleis­tungsgewerkschaft (ver.di) zusammen. Fünfzehn Jahre nach der Gründung fällt die ver.di-Bilanz eher gemischt aus. Die Anzahl der Mitglieder sank um 27 Prozent und die Tarifbindung ging in einzelnen Tarifbereichen spürbar zurück. mehr

Verdi im Kampfmodus
IW-Pressemitteilung, 9. Januar 2017

Gewerkschaften Verdi im KampfmodusArrow

Lufthansa, Eurowings, Amazon – das Jahr 2016 war wieder reich an Streiks. Das liegt auch an der veränderten Strategie von Verdi, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: 15 Jahre nach ihrer Gründung setzt die Dienstleistungsgewerkschaft zunehmend auf Konfrontation. mehr