Bachelorabsolventen Image
Quelle: Fotolia

„Der Bachelor ist kein Abschluss zweiter Klasse“, kommentiert VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs die Ergebnisse. Insgesamt befragten VDI und IW Köln 1.753 Ingenieure beschäftigende Unternehmen. „Vor dem Hintergrund, dass es gerade mal knapp 30.000 Bachelor- und Masterabschlüsse gibt, sind die Zahlen erfreulich“, führt Fuchs fort. Im Zeitraum von 2000 bis 2008 entfielen erst 3,5 Prozent der insgesamt rund 340.000 bestandenen Ingenieurprüfungen auf Bachelor.

Auch Dr. Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des IW Köln, beurteilt die Akzeptanz positiv: „Ein Bachelor hat heute die gleichen Chancen wie ein Ingenieur mit Diplom oder Master.“ Neun von zehn befragten Unternehmen geben in der Studie an, dass für die Karriereentwicklung die Bewährung im Unternehmen entscheidend sei und nicht der Abschluss. Die Hälfte der Unternehmen räumt Bachelor- und Masterabsolventen die gleichen Chancen ein, eine Führungsposition zu erreichen. „Das Einstiegsgehalt für Bachelorabsolventen ist in der Tendenz zwar häufig etwas niedriger, aber nach drei bis fünf Berufsjahren nähern sich die Gehälter an“, ergänzt Klös. Bei 80 Prozent der befragten Unternehmen erreichen Bachelorabsolventen dann das gleiche Gehalt wie Ingenieure mit Diplom.

Auch bei den Einsatzfeldern sind keine Nachteile für Bachelorabsolventen zu erkennen: Sie finden sich in allen Bereichen wieder. In marktnahen Bereichen, wie zum Beispiel im Vertrieb, werden sogar bevorzugt Bachelor eingesetzt. Lediglich in der Forschung sind die meisten Unternehmen noch etwas reserviert gegenüber den neuen Abschlüssen. Jeder Dritte sieht aber selbst in diesem Bereich Einsatzchancen für die Bachelor. 22 Prozent halten in der Forschung weder Ingenieure mit Bachelor noch Master für einsetzbar. In diesen Fällen wird oft eine Promotion vorausgesetzt.

Die aktuelle Kritik der Studenten gegenüber dem Bachelorstudium nimmt der VDI ernst. „Die Einführung der neuen Abschlüsse war und ist sinnvoll“, sagt Fuchs, „aber in der Umsetzung sind handwerkliche Fehler gemacht worden.“ Nachbesserungen durch die Kultusministerien der Länder seien notwendig. „Aber auch die Hochschulen sind gefordert“, ergänzt der VDI-Direktor. „Die Lehre an den Hochschulen muss verbessert werden, um die Abbrecherquote in den Ingenieurwissenschaften zu reduzieren.“ Ebenso müsse die extreme Verdichtung der Inhalte überprüft werden.

IW-Nachricht, 26. Januar 2017

Auslandsstudium Eine europäische ErfolgsstoryArrow

Dank Bologna und Erasmus hat sich die Zahl der deutschen Studierenden im Ausland seit den 1990er Jahren mehr als verdreifacht, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt. Das Auslandsstudium verbessert die Jobchancen und stärkt das Interesse für Europa. Der Brexit stellt diesen Austausch jedoch teilweise in Frage. mehr

16. Dezember 2016

Digitalisierung Die meisten Hochschulen arbeiten noch analogArrow

Ausgerechnet dort, wo neues Wissen entsteht, steckt die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen. Bislang verknüpft in Deutschland erst jede dritte Hochschule die klassische Präsenzlehre mit digitalen Lehr- und Lernformen. Auch die Studenten nutzen internetbasierte Medien nur selten zum gemeinsamen Lernen oder Üben. mehr auf iwd.de

15. Dezember 2016

Digitale Medien „Das Entscheidende lernen Studenten nicht am Computer“Arrow

Was können digitale Medien in der Hochschullehre leisten? Welche Innovationen gibt es in Lern- und Prüfungsszenarien? Mit diesen Fragen hat sich Jörn Loviscach, Professor für Ingenieurmathematik und technische Informatik an der Fachhochschule Bielefeld, im Hochschulforum Digitalisierung beschäftigt. mehr auf iwd.de