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Zum Beispiel in Cambridge: Seit der Bologna-Reform 1999 hat sich der Anteil der deutschen Auslands-Studenten mehr als verdoppelt. Foto: Alphotographic/iStock

Im Jahr vor der Bologna-Reform studierten 44.974 junge Menschen jenseits der deutschen Grenzen, 2013 zog es mit 134.500 Personen fast dreimal so viele ins Ausland. Auch die Kennziffer „Deutsche Studierende im Ausland je 1.000 deutsche Studierende an Hochschulen in Deutschland“ hat sich sehr positiv entwickelt: Sie lag 1998 bei 28, im Jahr 2013 waren es 58 Studenten.

Der Befund ist also eindeutig: Bologna macht mobil – und das nicht nur im Bachelorstudium. Denn dank Bologna kann ein deutscher Bachelor mit einem ausländischen Master kombiniert werden. Das hat die Internationalisierung der Hochschulausbildung merklich angeheizt und mittlerweile strebt jeder sechste deutsche Student bei seinem Auslandsstudium einen Masterabschluss an.

Diese Entwicklung ist sehr positiv zu bewerten, denn internationale Erfahrungen sind in einem Land wie Deutschland, in dem jeder vierte Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Export abhängt, eine gute Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt. Jeder Studierende sollte deshalb die Chance haben, Erfahrungen im Ausland zu machen.

Allerdings sind diese Chancen noch immer sehr ungleich verteilt, wie die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes zeigt. Studenten aus Elternhäusern mit hoher Bildungsherkunft gehen demnach fast doppelt so häufig ins Ausland wie ihre Kommilitonen aus Elternhäusern mit niedrigeren Bildungsabschlüssen. Der Hauptgrund, den die Daheimgebliebenen angeben, sind Finanzierungsschwierigkeiten. Hier ist die Politik gefragt. Es würde sich lohnen, beim Bafög noch etwas mehr für Auslandsaufenthalte draufzulegen. Um die öffentlichen Kassen dadurch nicht zusätzlich zu belasten, sollten im Gegenzug sozial abgefederte Studiengebühren wieder eingeführt werden.

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