Ausländische Abschlüsse Image
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Seit April 2012 gewährt das sogenannte Anerkennungsgesetz – offizieller Name: Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) – einen Rechtsanspruch auf Prüfung von im Ausland erworbenen Qualifikationen. Inzwischen haben mehr als 19.000 Fachkräfte ihre im Ausland angeeigneten Fertigkeiten anerkennen lassen. Allein 2013 wurden rund 11.900 ausländische Abschlüsse als vollständig oder teilweise gleichwertig mit einer in Deutschland erworbenen Qualifikation eingestuft. Mehr als 90 Prozent der Anträge waren damit erfolgreich. Etwa die Hälfte der Antragsteller kam aus der Europäischen Union (6.600), gefolgt vom übrigen europäischen Ausland (2.500) und Asien (1.700). Die meisten Anträge betrafen Gesundheitsberufe, gefolgt von den Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen. In beiden Bereichen besteht laut einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung der größte Mangel an Fachkräften.

Das Anerkennungsgesetz erweist sich somit als wichtiges Instrument zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Und auch künftig birgt es Potenzial, denn etwa drei Millionen der in Deutschland lebenden Migranten haben vor ihrer Einwanderung einen Berufsabschluss erworben – und nur ein Bruchteil hat sich diesen bislang anerkennen lassen. Um die zuständigen Stellen bei der Prüfung der zu erwartenden Anträge zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das BQ-Portal geschaffen. Das vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln betreute Informationsportal hilft Unternehmen und Kammern dabei, die ausländischen Berufsabschlüsse zu bewerten.

Ansprechpartner

IW-Kurzbericht, 14. Februar 2017

Oliver Koppel / Axel Plünnecke Erste Erfolge der qualifizierten Zuwanderung aus IndienArrow

Bereits in den letzten Jahren haben Zuwanderer erheblich zur Fachkräftesicherung in MINT-Berufen beigetragen. Bestrebungen, MINT-Zuwanderer aus dem Herkunftsland Indien zu gewinnen, zeigen erste Erfolge – sowohl die Zahl der Beschäftigten in akademischen MINT-Berufen als auch die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern sind zuletzt deutlich gestiegen. mehr

Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-Industrie
Gutachten, 9. Februar 2017

Holger Schäfer Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-IndustrieArrow

Das Familiengeld soll Eltern finanziell belohnen, die sich die Erwerbsarbeit in einem Korridor von 28 bis 36 Stunden gleichmäßig aufteilen. Eine Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbandes Gesamtmetall gemacht hat, zeigt, dass diese Leistung den Fachkräfteengpass in der Metall- und Elektro-Industrie verstärkt. mehr

Zuwanderung in die Großstädte
Gutachten, 7. Februar 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Zuwanderung in die Großstädte und resultierende WohnungsnachfrageArrow

Die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen großen Städten ist nach wie vor hoch. Ursächlich dafür ist die starke Zuwanderung sowohl aus dem Ausland als auch dem Inland. Allerdings gelingt es den Großstädten nicht, genügend zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu bedienen. mehr