Sprungbrett statt Teufelszeug Image
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Übersehen wird dabei aber, dass Zeitarbeit, Teilzeit- und Minijobs vielfach einen Zuverdienst für den Haushalt darstellen oder oftmals erst den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen. So stellt etwa Zeitarbeit vielfach ein Sprungbrett dar. Denn durch wechselnde Einsätze in verschiedenen Kundenunternehmen kann ein Zeitarbeitnehmer in relativer kurzer Zeit vielfältige berufliche Erfahrungen sammeln. So wechselte jeder Vierte, der seine Zeitarbeitsfirma verließ, zu seinem letzten Kundenbetrieb; jedem Fünften gelang der Wechsel in ein anderes „Normalunternehmen“.

Diese Flexibilität hat sich, zusammen mit zurückhaltenden Lohnerhöhungen, auch am Arbeitsmarkt insgesamt bezahlt gemacht. Die Beschäftigung stieg im vergangen Aufschwung keineswegs nur durch Minijobs: Zwischen Mitte 2005 und Mitte 2008 legte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 1,3 Millionen zu, wobei auch Niedrigqualifizierte davon profitierten. Die Zahl der Hilfsarbeiter war Ende vergangenen Jahres um 29 Prozent höher als vier Jahre zuvor.

Wie gut ein Job vor Armut schützt, zeigt beispielsweise eine europaweite Erhebung: Danach lebte zuletzt in Deutschland jeder zweite Arbeitslose in sogenannter relativer Einkommensarmut. Diese Quote ist mehr als 3,5-mal so hoch wie der vom Statistischen Bundesamt für die atypisch Beschäftigten berechnete Anteil.

Minijobs im Alter
IW-Nachricht, 30. August 2016

Minijobs im Alter Rentner wollen sich was gönnenArrow

In Deutschland haben rund 900.000 Rentner einen Minijob. Was einige Politiker vorschnell als Signal für eine steigende Altersarmut werten, ist aber eigentlich positiv: Die Entwicklung dürfte eher auf einen gesunden Arbeitsmarkt zurückzuführen sein. mehr

IW-Kurzbericht, 1. August 2016

Dominik Enste Arbeitsplatz PrivathaushaltArrow

Die Schwarzarbeit in Privathaushalten ist in den letzten 10 Jahren um bis zu einem Viertel gesunken. Dies ist insbesondere auf den großen Anstieg der Haushaltshilfen in Minijobs (plus 270 Prozent) zurückzuführen. Dennoch arbeiten weiterhin rund drei Millionen Haushaltshilfen in Deutschland schwarz. mehr

Frauen in Deutschland
17. März 2016

Infografik Frauen in DeutschlandArrow

Nicht nur am Equal Pay Day wird thematisiert, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich ein Fünftel weniger verdienen als Männer. Die Gründe für diesen Unterschied sind vielfältig. Zum einen arbeiten Frauen viel häufiger als Männer in Teilzeit, weil sie sich eben immer noch mehr um den Nachwuchs kümmern als die Herren der Schöpfung. Das macht sich dann auch bei den Aufstiegschancen bemerkbar. Zum anderen sind Frauen öfter in Berufen und Branchen tätig, in denen weniger bezahlt wird als etwa in der Metall- und Elektro-Industrie. mehr auf iwd.de