Arztbesuche und Praxisgebühr Image
Quelle: Fotolia

Die müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen, und das bei jedem Arztbesuch. Die Niederländer schneiden dagegen auch ohne Gebühr besser ab als die maladen Deutschen. Offensichtlich konnte die Praxisgebühr hierzulande niemanden auf Dauer aus den Praxen vertreiben. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie grundsätzlich unwirksam ist. Beispiel Schweden: Die zahlten 2006 für jeden ihrer durchschnittlich 2,8 Besuche beim Hauarzt zwischen 11 und 16 Euro, beim Facharzt oder in der Notfallambulanz waren sogar zwischen 21 und 32 Euro fällig. Umgekehrt fragten die Niederländer mit 5,7 Besuchen auch ohne Zusatzgebühr deutlich seltener ihren Arzt um Rat.

In den komplexen und oftmals überregulierten Gesundheitssystemen der entwickelten Industrienationen gelten einfache Wirkungsketten nicht mehr. In einer prämienfinanzierten Krankenversicherung wäre in Deutschland die einheitliche Praxisgebühr eher als Fremdkörper anzusehen. Denn eine Prämie macht dann Sinn, wenn gleichzeitig unterschiedliche Versorgungsformen zur Wahl stehen. Dann muss der Gesetzgeber aber nicht auch noch ein Eintrittsgeld für alle draufsatteln. Im Status quo würde dagegen der Verzicht auf Zuzahlungselemente den lohnsteuerähnlichen Charakter der Beitragsfinanzierung noch verstärken und damit das Kostenbewusstsein der Versicherten weiter schwächen.

14. Februar 2017

Entgeltfortzahlung Krankheit kostet MilliardenArrow

Die Ausgaben der Unternehmen für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall haben 2015 erstmals die Marke von 50 Milliarden Euro überschritten. Mit medizinischer Prävention ließe sich zwar gegensteuern – der Aufwand dafür darf allerdings nicht außer Acht gelassen werden. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 13. Februar 2017

Jochen Pimpertz Kosten der Entgeltfortzahlung – beschränktes PräventionspotenzialArrow

Die Aufwendungen der Arbeitgeber für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall steigen seit Jahren ungebremst. Durch medizinische Prävention lässt sich aber nur ein kleiner Teil dieser Kosten vermeiden. Denn der Anstieg ist nicht allein auf das Erkrankungsrisiko zurückzuführen, sondern auch auf die günstige Beschäftigungsentwicklung und die steigenden Bruttoentgelte. mehr