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Ein flüchtiger Blick auf die Eurostat-Zahlen stützt tatsächlich die Vermutung, die Armut hätte hierzulande zugenommen. Danach waren 2008 rund 15,5 Prozent der Menschen einkommensarm – deutlich mehr als im Jahr 2005 (12,5 Prozent). Zwischenzeitlich ist jedoch die Statistik verändert worden. Im Jahr 2006 wurde der Grenzwert, ab welchem Betrag jemand als einkommensarm gilt, um 13,5 Prozent angehoben. Dies wäre gerechtfertigt gewesen, wenn die Bundesbürger tatsächlich viel mehr verdient hätten. Denn Einkommensarmut wird immer relativ gesehen. Wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens hat, ist per Definition arm. Wenn das Durchschnittseinkommen also steigt, dann steigt auch die Armutsgrenze. Einen derartigen Einkommensschub hat es aber nicht gegeben.

Auch nach Daten des Sozio-oekonomischen Panels ist die relative Einkommensarmut aktuell nicht weiter verbreitet als im Jahr 2005 – seit die Arbeitslosigkeit von ihrem Rekordniveau wieder deutlich zurückgeht ist der Trend steigender Einkommensarmut also offenbar gestoppt.

Gastbeitrag, 27. Dezember 2016

Knut Bergmann und Judith Niehues in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Wahrnehmung und WirklichkeitArrow

Tendenziell neigen insbesondere gutverdienende Menschen dazu, ihre Einkommensposition zu unterschätzen, wobei die Deutschen im internationalen Vergleich besonders pessimistisch sind. Ein Gastbeitrag von IW-Kommunikationsleiter Knut Bergmann und IW-Verteilungsforscherin Judith Niehues in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. mehr

Armuts- und Reichtumsbericht
IW-Nachricht, 14. Dezember 2016

Armuts- und Reichtumsbericht Viele positive EntwicklungenArrow

Mittlerweile kursiert der Entwurf des Fünften Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung im Internet. Der Bericht deutet auf viele positive Entwicklungen hin, dennoch werden in vielen Medien vor allem negative Befunde betont. Das ebenfalls dokumentierte Auseinanderdriften von gefühlter und messbarer Realität dürfte sich dadurch weiter verstärken. mehr

Regionale Armut
IW-Pressemitteilung, 5. Dezember 2016

Regionale Armut Auf die Preise kommt es anArrow

Der Westen Deutschlands ist reich, der Osten arm – so pauschal läuft häufig die Armutsdebatte. Tatsächlich aber stehen vor allem westdeutsche Städte schlecht da, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Die Politik könnte gegensteuern. mehr