Armutsbericht Image
Quelle: Fotolia

Diese werden aber so manchen Arbeitsplatz kosten – und die Chance, dass Langzeitarbeitslose einen neuen Job bekommen, sinkt. So gerät gerade die Gruppe, der man helfen will, endgültig in die Armutsfalle. Denn ohne Job – egal wie gut bezahlt – bleibt man arm. Bei Erwerbstätigen sinkt das Armutsrisiko dagegen drastisch.

Die ersten Meldungen über den neuen Armutsbericht vermitteln den Eindruck, dass sich in Deutschland die Armut weiter ausbreitet. Das ist nicht so: Denn der Anteil der Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 60 Prozent des Durchschnitts – sie gelten als arm – liegt wie im Jahr 2003 bei rund 13 Prozent. Außerdem ist der Armutsbegriff sehr großzügig definiert: Die Armutsgrenze liegt danach z.B. für eine Familie mit zwei Kindern bei knapp 1.700 Euro netto, einschließlich Kindergeld. Ein Alleinverdiener in Vollzeit müsste somit einen Bruttolohn von mindestens 10 Euro haben, um nicht als arm zu gelten. Die Einführung eines Mindestlohns von 7,50 Euro würde also keinen einzigen Familienvater aus der Statistik eliminieren.

Themen

Interview, 8. September 2016

Michael Hüther und Gustav A. Horn auf Zeit Online "Es gibt kein Problem mit Altersarmut"Arrow

Ein großer Niedriglohnsektor und Abstiegsangst der Mittelschicht, gleichzeitig fast Vollbeschäftigung und hohes Wachstum: Wie gerecht ist Deutschland? Ein Streitgespräch zwischen IW-Direktor Michael Hüther und Gustav A. Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung. mehr

5. September 2016

Faktencheck Verteilung Die Schere im KopfArrow

Wer die angeblich zunehmende Ungleichheit in Deutschland thematisiert, erntet meist viel öffentlichen Beifall – egal, ob die Behauptung stimmt oder nicht. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat deshalb eine ganze Reihe populärer Thesen zum Thema Einkommens- und Vermögensverteilung auf ihren Wahrheitsgehalt hin abgeklopft. mehr auf iwd.de

26. August 2016

Regionale Armut Arme Eltern, schlechte SchülerArrow

Finanzielle Armut und Bildungsarmut gehen oftmals Hand in Hand. So zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), dass in den meisten Regionen, in denen vergleichsweise viele Kinder und Jugendliche in finanziell schwierigen Verhältnissen leben, auch mehr Schüler die Schule abbrechen als anderswo. mehr auf iwd.de