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Die Idee bei Armutsfragen nicht nur auf das Einkommen zu schauen, ist dabei grundsätzlich richtig. Nach der offiziellen Armutsdefinition der EU verfügen verarmte Personen „über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel …, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedstaat, in dem sie leben, als Minimum hinnehmbar ist“. Arm ist also wer aus Ressourcenknappheit nicht einen Minimalebenstandard erreicht. Ausgeschlossen sind laut Definition die Bürger, die wenig Geld verdienen, aber aufgrund eines hohen Vermögens gut leben können. Ebenfalls nicht arm nach EU-Definition sind Personen mit gutem Einkommen, denen aber beispielsweise aufgrund teurer Hobbies das Geld für die warme Mahlzeit fehlt. Nach dieser strengen Abgrenzung wären knapp 5 Prozent der EU-Bürger und gut 3 Prozent der Deutschen arm.

Auf hohe Gefährdungsraten kommt man dann, wenn allein ein Kriterium ausreicht, damit man in die Gruppe der „Bedrohten“ gerät, unabhängig davon, wie die anderen Kriterien aussehen. So ist auch der reiche Privatier, der aufgrund hohen Vermögens und eines guten Einkommens nur mehr ehrenamtlich tätig ist, von Armut bedroht. Seine tatsächliche Gefährdung dürfte aber weit geringer sein als die eines Alleinverdieners in einer Großfamilie, der um seinen Job fürchten muss, aber durch das Raster des EU-Indikators fiele.

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