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Knapp 3,7 Millionen Erwerbstätige würden ihre Arbeitszeit demnach gerne ausdehnen. Diesen „Unterbeschäftigten“ stehen nur 1 Million Beschäftigte gegenüber, die ihre Arbeitszeit lieber reduzieren würden, auch wenn dies mit einem Verdienstrückgang verbunden wäre.

Besonders ausgeprägt ist der Wunsch nach Arbeitszeitverlängerung bei geringfügig Beschäftigten. Überwiegend wird unter diesen jedoch eine moderate Ausweitung der Arbeitszeit angestrebt: Nur jeder sechste Mini-Jobber will in Vollzeit wechseln. Unter den anderen Teilzeitbeschäftigten ist es nur jeder Vierte. Offen bleibt allerdings, was die Betroffenen gegenwärtig an der Ausweitung ihrer Arbeitszeit hindert – hier könnte ein Mangel an Kinderbetreuungsangeboten eine wichtige Rolle spielen.

Per Saldo zufrieden mit ihrer Arbeitszeit sind die Vollzeitbeschäftigten: Zwar gibt es 1,7 Millionen Erwerbstätige, die den Wunsch haben, mehr zu arbeiten. Gleichzeitig wollen aber rund 800.000 Personen weniger arbeiten. In der Summe gleichen sich die Arbeitsvolumen aus, die bei den Vollzeitbeschäftigten dazukämen beziehungsweise wegfielen.

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Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

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Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr

Interview, 5. Januar 2017

Oliver Stettes in AKTIV "Die Politik sollte mutiger sein"Arrow

Das Arbeitszeitgesetz von 1994 ist nicht mehr ganz zeitgemäß. Deshalb hat das Arbeitsministerium Pläne für eine Reform vorgelegt. Für IW-Arbeitsmarktexperte Oliver Stettes gehen die nicht weit genug. Die Wirtschaftszeitung AKTIV sprach darüber mit dem Arbeitsmarktexperten im Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr

Gastbeitrag, 29. Dezember 2016

Christoph Schröder in der Fuldaer Zeitung Mindestlohn belastet den ArbeitsmarktArrow

Zwei Jahre nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zieht Christoph Schröder, Experte für Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in einem Gastbeitrag für die Fuldaer Zeitung eine ernüchternde Bilanz. mehr