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Im SOEP wurden knapp 9.800 Personen befragt, ob das Einkommen, das sie mit ihrer aktuellen Stelle verdienen, gerecht ist. Die Antworten – die jüngsten SOEP-Daten hierzu stammen aus dem Jahr 2011 – sind eindeutig: 68 Prozent finden sich gerecht und nur 32 Prozent ungerecht bezahlt. Selbst bei den Geringverdienern mit einem Stundenverdienst von weniger als 8,50 Euro fühlen sich noch knapp 49 Prozent gerecht entlohnt.

Bei näherem Hinsehen ist allerdings selbst der DGB-Befund deutlich positiver, als die Aufbereitung der Index-Daten für die Berichterstattung vermuten lässt: 50 Prozent der Befragten halten demnach ihr Einkommen in einem hohen bis sehr hohen Maß für angemessen. Gar nicht angemessen bewerten lediglich 10 Prozent ihre Bezahlung.

Dass der Faktor Einkommen trotzdem nur mit 46 von 100 möglichen Punkten bewertet wird - was „schlechter Arbeit“ entspricht –, hängt mit der besonderen Konstruktion des Indexes zusammen. Negativ wirkt sich zum Beispiel das geringe Vertrauen der Beschäftigten aus, dass ihre Rente noch zum Leben ausreichen wird. Aus diesem Befund einen Mangel an Leistungsgerechtigkeit in der deutschen Arbeitswelt abzuleiten, erscheint allerdings mehr als gewagt.

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Im Dezember 1916 wurden die Gewerkschaften in Deutschland als Interessenvertreter der Arbeitnehmer anerkannt. Hundert Jahre später kämpfen nicht nur die deutschen Gewerkschaften gegen ihren Bedeutungsverlust. mehr

Rührei-Prinzip wird GdF zum Verhängnis
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Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in zwei Entscheidungen vom 25.8.2015 das Arbeitskampfrecht weiterentwickelt – jeweils am Streik der Fluglotsen (1 AZR 875/13 und 1 AZR 754/13). Am 26.7.2016 ist die dritte Lotsenstreik-Entscheidung ergangen (1 AZR 160/14), mit der seit längerer Zeit einmal wieder ein Streik für rechtswidrig erkannt und hieraus eine Schadensersatzpflicht der streikenden Gewerkschaft abgeleitet worden ist. mehr