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Es ist das übliche Argument: Deutschland setze zu sehr auf den Export, vernachlässige die Binnennachfrage und beute so seine Nachbarn aus. Dabei wird zum Ersten übersehen, dass die für den internationalen Wettbewerb relevante Industrie bei den Arbeitskosten noch immer eine Spitzenposition einnimmt – unter den großen Industrieländern liegt nur Frankreich auf Augenhöhe. Zum Zweiten wird vernachlässigt, dass in den deutschen Exporten auch Vorleistungsgüter aus dem Ausland stecken. Ohne die exportstarken deutschen Unternehmen würden somit auch Franzosen, Italiener und Iren weniger produzieren. Zum Dritten ignoriert das IMK, dass es nur der Reduzierung der Lohnstückkosten vor der Wirtschaftskrise zu verdanken ist, dass Jobs trotz fehlender Nachfrage gehalten werden konnten – und so auch der Konsum gestützt wurde. In der Krise stiegen die Lohnstückkosten wieder.

Unter dem Strich waren die industriellen Lohnstückkosten im Jahr 2010 in Deutschland etwa so hoch wie im Jahr 2000. Bei der ausländischen Konkurrenz war es im Durchschnitt – allerdings ohne großes Auf und Ab – nicht anders.

Ansprechpartner

21. September 2016

Personalkosten Arbeit in Deutschland ist teuerArrow

Westdeutsche Industriebetriebe mussten auch im Jahr 2015 mit sehr hohen Arbeitskosten zurechtkommen. Nur in wenigen kleineren Ländern war Personal teurer. Zu diesem Ergebnis kommt der 44 Länder umfassende Arbeitskostenvergleich des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr auf iwd.de

Industrielle Arbeitskosten im internationalen Vergleich
IW-Trends, 20. September 2016

Christoph Schröder Industrielle Arbeitskosten im internationalen VergleichArrow

Die Arbeitskosten des westdeutschen Verarbeitenden Gewerbes beliefen sich im Jahr 2015 auf 40,90 Euro je Arbeitnehmerstunde. Damit liegt Westdeutschland an sechster Stelle des 44 Länder umfassenden Arbeitskostenvergleichs des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und hat gegenüber dem Durchschnitt der fortgeschrittenen Industrieländer um fast ein Viertel höhere Arbeitskosten zu tragen. mehr

Steigende Arbeitskosten
IW-Nachricht, 9. Juni 2016

Steigende Arbeitskosten Höhere Kaufkraft zu einem hohen PreisArrow

Die Arbeitskosten in Deutschland sind im ersten Quartal 2016 im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum um über 3 Prozent gestiegen. Arbeitnehmer können sich also über mehr Kaufkraft freuen, weil die Inflationsrate momentan sehr niedrig ist. Doch Unternehmen sind zu Recht beunruhigt: Die steigenden Arbeitskosten bedeuten für sie Wettbewerbsnachteile – und letztlich könnte das auch die Arbeitnehmer empfindlich treffen. mehr