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Die großen Warnstreikwellen von IG Metall und Verdi vom Winter sind längst vergessen – sie waren deutlich weniger spürbar als die Streiks bei der Bahn und in den Kitas. Gleichwohl haben die Warnstreikwellen in der Streikstatistik große Spuren hinterlassen: Eine erste grobe Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln auf der Basis von Arbeitgeber-, Gewerkschafts- und Presseangaben führt zu dem Ergebnis, dass bei den Ausständen in der Metall- und Elektro-Industrie und im Öffentlichen Dienst gemeinsam mit den Streiks bei der Deutschen Bahn, den Kitas und der Deutschen Post rund 350.000 Arbeitstage verloren gegangen sind.

Sollten die großen Konflikte bei den Kitas und der Deutschen Post länger andauern, droht Deutschland ein Streikrekordjahr, wie wir es zuletzt 2006 erlebt haben. Damals fielen laut amtlicher Statistik der Bundesagentur für Arbeit knapp 430.000 Tage durch Streiks aus. (Grafik) Seit der Wiedervereinigung hat es nur ein Jahr gegeben, in dem noch mehr Ausfalltage zu beklagen waren: 1992 gab es einen großen Arbeitskampf im Öffentlichen Dienst, der drei Viertel aller 1,5 Millionen Ausfalltage dieses Jahres verursachte.

Die derzeitige Häufung von Streiks ist allerdings nichts Ungewöhnliches, da in diesem Jahr fast alle wichtigen Branchen Tarifverhandlungen führen. In der zweiten Jahreshälfte könnte denn auch eine deutliche Entspannung an der Streikfront eintreten – dann sind nämlich Branchen dran, die sich meist auf dem Verhandlungsweg einigen, etwa die Landwirtschaft, die Gastronomie, die Wohnungswirtschaft oder die Gebäudereinigung.

Ansprechpartner

Ruf nach Regulierung
IW-Gewerkschaftsspiegel, 30. November 2016

Crowdworking Ruf nach RegulierungArrow

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Dialogs „Arbeit 4.0“ werden gegen Ende dieses Jahres Vorschläge präsentiert, wie die sozialen Bedingungen und Spielregeln der zukünftigen Arbeitsgesellschaft gestaltet werden sollen. Dabei wird auch über eine Regulierung des Crowdworkings diskutiert. mehr

IW-Gewerkschaftsspiegel, 30. November 2016

Gewerkschaften Hundert Jahre AnerkennungArrow

Im Dezember 1916 wurden die Gewerkschaften in Deutschland als Interessenvertreter der Arbeitnehmer anerkannt. Hundert Jahre später kämpfen nicht nur die deutschen Gewerkschaften gegen ihren Bedeutungsverlust. mehr

Rührei-Prinzip wird GdF zum Verhängnis
IW-Gewerkschaftsspiegel, 30. November 2016

Arbeitskampfrechtsprechung Rührei-Prinzip wird GdF zum VerhängnisArrow

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in zwei Entscheidungen vom 25.8.2015 das Arbeitskampfrecht weiterentwickelt – jeweils am Streik der Fluglotsen (1 AZR 875/13 und 1 AZR 754/13). Am 26.7.2016 ist die dritte Lotsenstreik-Entscheidung ergangen (1 AZR 160/14), mit der seit längerer Zeit einmal wieder ein Streik für rechtswidrig erkannt und hieraus eine Schadensersatzpflicht der streikenden Gewerkschaft abgeleitet worden ist. mehr