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Das jährlich erhobene Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands wird in diesem Jahr unter anderem mit der Botschaft zitiert, dass viele junge Menschen auf (ergänzende) Altersvorsorge verzichten. In der Altersgruppe der unter 30-Jährigen hat demnach etwa die Hälfte der 2.000 Befragten angegeben, noch keine Maßnahmen zur Alterssicherung ergriffen zu haben. IW-Auswertungen des Sozio-oekonomischen Panels bestätigen diesen Befund zwar. Sie zeigen aber auch, dass ab Mitte 30 der Vermögensaufbau deutlich an Fahrt aufnimmt. Dies gilt nahezu quer Beet durch alle Erwerbsgruppen – abgesehen von ungelernten Arbeitern und Angestellten.

Das Umfrageergebnis überrascht also nicht wirklich und taugt schon gar nicht als Indiz für ein mangelndes Problembewusstsein. Denn die Jüngeren haben meist schlichtweg andere Prioritäten wie die Aus- und Weiterbildung oder die Gründung eines eigenen Hausstands. Erst wenn die selbständige Lebensführung etabliert ist, gewinnt die Frage nach der dauerhaften Sicherung des Lebensstandards zunehmend an Relevanz. Diese Lesart legen übrigens auch die Ergebnisse des Vermögensbarometers nahe, denn gerade unter den jungen Menschen glaubt demnach kaum jemand daran, dass die gesetzliche Rente im Alter ausreicht.

Die Politik sollte jedenfalls nicht den Forderungen nach zusätzlicher Sparförderung nachkommen. Denn das kostet nicht nur, vielfach helfen die Maßnahmen auch nicht denen, die dringend Hilfe bedürfen.

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Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr