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Die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes klingen besorgniserregend: Der Anteil der Menschen, die von Altersarmut bedroht sind, ist gestiegen. Ob 12,5 Prozent der Generation 65plus im Osten oder 14,8 Prozent im Westen – das ist zwar weniger als der Bevölkerungsdurchschnitt mit 15,5 Prozent, aber erscheint immer noch intolerabel.

Ohne den Tatbestand der Altersarmut bagatellisieren zu wollen, lohnt es aber, die Frage zu stellen, was dieser Wert überhaupt besagt. Denn als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens verfügt. Hinter dieser komplizierten Formulierung verbirgt sich zweierlei:

  • Zum einen wird die Haushaltssituation berücksichtigt. Das macht Sinn, weil zwei Personen in einem Haushalt gemeinsam wirtschaften können und deshalb für den gleichen Wohlstand weniger Einkommen benötigen als zwei Singles.
  • Zum anderen kann man aus zwei Gründen unter die Armutsgefährdungsgrenze fallen: Entweder, weil das eigene Einkommen gering ist. Oder, weil das mittlere Einkommen stärker gestiegen ist als das eigene. Welcher Effekt die aktuelle Entwicklung der Quote treibt – darüber vermag der Wert alleine nichts auszusagen. Hier bedarf es weiterer Forschung.

Vor Schnellschüssen muss noch aus einem weiteren Grund gewarnt werden. Denn die Vermögensausstattung der Älteren bleibt in der Betrachtung der Armutsgefährdung außen vor. Das kann zu Trugschlüssen führen: Wer zum Beispiel seine betriebliche Altersvorsorge nicht als monatliche Rente bezieht, sondern sich das Kapital auf einen Schlag auszahlen lässt, der weist in der Statistik ein geringeres Einkommen aus. Das wiederum kann die statistisch ermittelte Armutsgefährdung erheblich verzerren, denn die Vermögensausstattung der Älteren ist durchaus beachtlich.

Wie aber kann dann denjenigen geholfen werden, die der Hilfe tatsächlich bedürfen? Mit der Gießkanne a la Mütterrente sicherlich nicht, denn die Gesetzliche Rentenversicherung berücksichtigt weder den Haushaltskontext noch die übrige Einkommens- und Vermögensausstattung. Erst die bedürftigkeitsgeprüfte Grundsicherung kann sicherstellen, dass Hilfen wirklich dahin fließen, wo sie benötigt werden.

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Der Westen Deutschlands ist reich, der Osten arm – so pauschal läuft häufig die Armutsdebatte. Tatsächlich aber stehen vor allem westdeutsche Städte schlecht da, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Die Politik könnte gegensteuern. mehr

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Armutsgefährdung hängt stark von regionalen Wirtschaftsstrukturen und Lebensverhältnissen ab, wie die Analyse der einkommensbezogenen Armutsquote und des Abschneidens im Regionalranking der IW Consult für die 402 deutschen Kreise zeigt. Eine Anti-Armutspolitik setzt deshalb am besten auf eine Kombination personenbezogener und regionalpolitischer Maßnahmen. mehr

5. Dezember 2016

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Die unterschiedlichen Preisniveaus führen dazu, dass in den deutschen Städten ein deutlich höherer Anteil der Einwohner armutsgefährdet ist als auf dem Land. Die Politik ist daher gefordert, die regionale Förderung neu auszurichten. mehr auf iwd.de