Allgemeinverbindlichkeit Image
Quelle: Fotolia

Eine Reform in diese Richtung ist aber nicht ganz unproblematisch, weil diese Regel die negative Koalitionsfreiheit schützt. Nur wenn eine Mehrheit unter eine Tarifregelung fällt, soll diese Regelung auf Antrag der Tarifparteien auch auf die nicht tarifgebundene Minderheit übertragen werden können. Wird ein Tarifvertrag mit einer Tarifbindung von nur 20 Prozent für allgemein verbindlich erklärt, würde eine Minderheit der Mehrheit vorschreiben, wie hoch der Lohn ist oder wie lange gearbeitet werden darf.

Vermutlich wird die 50-Prozent-Grenze aber schon heute nicht durchgängig einhalten. Ein Ausweg wäre daher, einfach nur zu verlangen, dass ein Tarifvertrag „repräsentativ“ ist, wie es die SPD vorschlägt. Dann könnte im Einzelfall entschieden werden, ob es auch aus sozialen Gründen gerechtfertigt ist, einen Tarifvertrag auf nicht tarifgebundene Betriebe und Arbeitnehmer auszuweiten. Die Allgemeinverbindlichkeit ist weitreichender als ein Branchen-Mindestlohn nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz, weil grundsätzlich alle Löhne verbindlich werden, nicht nur der unterste Tariflohn.

Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn
IW-Nachricht, 7. Dezember 2016

Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn Steiniger WegArrow

Die Deutsche Bahn verhandelt derzeit wieder mit der Eisenbahnergewerkschaft EVG und der Lokführergewerkschaft GDL. In den vergangenen Jahren zeigte sich vor allem die GDL als besonders streikfreudig. Doch diesmal drohen gleich beide Gewerkschaften mit Warnstreiks. mehr

Arbeitskampf bei der Lufthansa
IW-Nachricht, 23. November 2016

Arbeitskampf bei der Lufthansa Teure Streiks Arrow

Die Deutsche Lufthansa und ihre Tochter Eurowings liegen im Dauerclinch mit den Gewerkschaften. Seit 2014 sind für den Konzern etwa 550 Millionen Euro an Streikkosten angefallen. Allein die vier Streiks seit September dürften 100 Millionen Euro verschlungen haben. Dieses Geld fehlt nicht nur den Aktionären, sondern kann auch nicht in höhere Gehälter fließen. mehr