Ingenieurengpass Image
Quelle: Fotolia

Ob es an Fachkräften fehlt oder nicht, findet man am besten heraus, wenn man zur gleichen Zeit die offenen Stellen den Arbeitslosen gegenüberstellt. Allerdings wird nur ein Teil der freien Jobs auch wirklich der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Im Fall der Ingenieurberufe ist es besonders extrem: Laut Erhebungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gibt es in der Wirtschaft tatsächlich etwa sechs- bis siebenmal so viele Jobangebote. Aber selbst wenn man nur die der BA gemeldeten Stellen betrachtet, sieht man eine deutliche Lücke: Aktuell sind 3.960 Maschinenbau- und Fahrzeugingenieure arbeitslos. Die BA hat für sie 5.177 Jobs im Angebot.

Die Unkenrufer machen aber noch einen Fehler: Sie rechnen die Nachfrage künstlich klein. Sie gehen einfach davon aus, dass jeder Student der Ingenieurwissenschaften auch wirklich nur als Ingenieur arbeiten wird. Tun sie aber nicht. Ingenieure stehen nicht nur ganz klassisch am Reißbrett. Fast die Hälfte der Absolventen wählt einen anderen Job – und ist dort mit ihrem Know-how ebenso begehrt. Sie werden etwa Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens, Dozent an der Uni etc. Wer das vernachlässigt, dem gelingt es natürlich spielend, einen steigenden Ingenieurengpass in ein Überangebot umzumünzen.

Die Mär vom Schweinezyklus
IconDownload | PDF

26. Juli 2016

Fachkräfte Die Digitalisierung der ArbeitsweltArrow

Selbstfahrende Autos, Roboter als Krankenpfleger und Drohnen als Paketzusteller – die Digitalisierung der Arbeitswelt, so fürchten manche, könnte vielen Menschen die Arbeit wegnehmen. Tatsächlich aber ist die Automatisierung kein Jobkiller – und könnte die Fachkräfteengpässe in vielen Bereichen lindern. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 25. Juli 2016

Wido Geis / Sandra Vogel Blaue Karte – Erfolgsmodell mit VerbesserungspotenzialArrow

Die Blaue Karte hat sich als Zugangsweg für Hochqualifizierte nach Deutschland bewährt. Seit 2012 ist die Zahl der vergebenen Karten kontinuierlich gestiegen. Eine weitere Absenkung der Gehaltsschwellen könnte den Aufenthaltstitel allerdings für Zuwanderungsinteressierte noch attraktiver und für kleine und mittlere Unternehmen nutzbarer machen. mehr