Ingenieurengpass Image
Quelle: Fotolia

Ob es an Fachkräften fehlt oder nicht, findet man am besten heraus, wenn man zur gleichen Zeit die offenen Stellen den Arbeitslosen gegenüberstellt. Allerdings wird nur ein Teil der freien Jobs auch wirklich der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Im Fall der Ingenieurberufe ist es besonders extrem: Laut Erhebungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gibt es in der Wirtschaft tatsächlich etwa sechs- bis siebenmal so viele Jobangebote. Aber selbst wenn man nur die der BA gemeldeten Stellen betrachtet, sieht man eine deutliche Lücke: Aktuell sind 3.960 Maschinenbau- und Fahrzeugingenieure arbeitslos. Die BA hat für sie 5.177 Jobs im Angebot.

Die Unkenrufer machen aber noch einen Fehler: Sie rechnen die Nachfrage künstlich klein. Sie gehen einfach davon aus, dass jeder Student der Ingenieurwissenschaften auch wirklich nur als Ingenieur arbeiten wird. Tun sie aber nicht. Ingenieure stehen nicht nur ganz klassisch am Reißbrett. Fast die Hälfte der Absolventen wählt einen anderen Job – und ist dort mit ihrem Know-how ebenso begehrt. Sie werden etwa Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens, Dozent an der Uni etc. Wer das vernachlässigt, dem gelingt es natürlich spielend, einen steigenden Ingenieurengpass in ein Überangebot umzumünzen.

Die Mär vom Schweinezyklus
IconDownload | PDF

IW-Kurzbericht, 14. Februar 2017

Oliver Koppel / Axel Plünnecke Erste Erfolge der qualifizierten Zuwanderung aus IndienArrow

Bereits in den letzten Jahren haben Zuwanderer erheblich zur Fachkräftesicherung in MINT-Berufen beigetragen. Bestrebungen, MINT-Zuwanderer aus dem Herkunftsland Indien zu gewinnen, zeigen erste Erfolge – sowohl die Zahl der Beschäftigten in akademischen MINT-Berufen als auch die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern sind zuletzt deutlich gestiegen. mehr

Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-Industrie
Gutachten, 9. Februar 2017

Holger Schäfer Ökonomische Auswirkungen der Familienarbeitszeit auf die Metall- und Elektro-IndustrieArrow

Das Familiengeld soll Eltern finanziell belohnen, die sich die Erwerbsarbeit in einem Korridor von 28 bis 36 Stunden gleichmäßig aufteilen. Eine Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Verbandes Gesamtmetall gemacht hat, zeigt, dass diese Leistung den Fachkräfteengpass in der Metall- und Elektro-Industrie verstärkt. mehr

23. Dezember 2016

Demografie Generation WunschkonzertArrow

Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten weltweit. Der chronische Kindermangel hat sich längst auf dem Arbeitsmarkt niedergeschlagen: Junge Jobstarter haben so viele Chancen wie noch nie. In den Unternehmen sind Berufseinsteiger als „knappe Ressource“ so stark nachgefragt, dass sie ihre Wünsche und Vorstellungen oft durchsetzen können. mehr auf iwd.de