30-Stunden-Woche Image
Arbeitszeiten Quelle: DragonImages – Fotolia

Kein Gesetz verbietet es Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu vereinbaren, dass der Arbeitnehmer für einen gewissen Zeitraum weniger arbeitet. Tatsächlich ist eine weitgehende Arbeitszeitflexibilisierung zum Zwecke der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in vielen Betrieben tägliche Praxis.

Der Gewerkschaft geht es also wohl eher darum, einen Rechtsanspruch zu schaffen – womöglich mit Lohnausgleich. Ein Zwang zur Arbeitszeitverkürzung für Eltern dürfte aber viele, insbesondere kleine und mittlere Betriebe organisatorisch überfordern. Zumal es die Gewerkschaft auf der anderen Seite erschweren will, dass temporär Ersatzpersonal akquiriert werden kann: Zeitarbeit und Befristungen sollen nach dem Willen der Gewerkschaft stärker reguliert werden. Am Ende würden entsprechend übertriebene Regulierungen womöglich dafür sorgen, dass es für Firmen unattraktiv wird, Eltern überhaupt erst einzustellen.

Eine umfassende Arbeitszeitverkürzung für Eltern ist noch aus einem anderen Blickwinkel problematisch: Es gibt in Deutschland rund 1,6 Millionen Vollzeitbeschäftigte mit Kindern bis 3 Jahren, darunter fast 500.000 in Akademikerjobs. Wenn alle ihre Arbeitszeit reduzieren würden, könnte sich der Fachkräftemangel noch einmal deutlich verschärfen.

Ansprechpartner

Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr

13. Januar 2017

ver.di Mit Streiklust gegen MitgliederschwundArrow

Fünfzehn Jahre nach der Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft fällt die Bilanz gemischt aus. Die Mitgliederzahl von ver.di ging um ein gutes Viertel zurück, die Finanzen sind wieder auf dem aufsteigenden Ast – auch dank höherer Lohnabschlüsse. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 9. Januar 2017

Hagen Lesch Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.diArrow

Im Jahr 2001 schlossen sich fünf Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleis­tungsgewerkschaft (ver.di) zusammen. Fünfzehn Jahre nach der Gründung fällt die ver.di-Bilanz eher gemischt aus. Die Anzahl der Mitglieder sank um 27 Prozent und die Tarifbindung ging in einzelnen Tarifbereichen spürbar zurück. mehr