• Es ist zwar richtig, dass der Anteil des Niedriglohnsektors am gesamten Arbeitsmarkt angestiegen ist. Allerdings sind im Niedriglohnsektor viele Jobs für Menschen entstanden, die vorher keine Chance am Arbeitsmarkt hatten. Die zusätzliche Beschäftigung im Niedriglohnbereich verdrängte entsprechend nicht besser bezahlte Beschäftigungsverhältnisse. Denn diese konnten anteilsmäßig ebenfalls zulegen.
  • Nur 17 Prozent der Niedriglohnbezieher sind gleichzeitig auch arm. Die Zahl der vollzeitbeschäftigten Aufstocker, also der Arbeitnehmer, die ihren Lohn mit Arbeitslosengeld II ergänzen müssen, nimmt außerdem beständig ab. Nur 290.000 Vollzeitbeschäftigte müssen momentan beim Job-Center Unterstützung beantragen. Das sind 1,4 Prozent der Vollzeitbeschäftigten insgesamt und 50.000 weniger als noch vor vier Jahren.
  • Auch Befristungen und Mini-Jobs nehmen – anders als im New-Economy-Boom der Jahre 1998 bis 2000 – keineswegs immer weiter zu. Vielmehr bleibt die Anzahl beider Beschäftigungsformen stabil. Im Umkehrschluss bedeutet das: Zum Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre haben weder Mini-Jobs noch befristete Beschäftigungsverhältnisse etwas beigetragen.
  • Die Zeitarbeit wächst im Trend tatsächlich an. Doch es gibt keinen Grund, Zeitarbeit als minderwertige, prekäre Beschäftigung anzusehen. Zeitarbeitnehmer sind vollwertige Arbeitnehmer, überwiegend sozialversicherungspflichtig und unbefristet vollzeitbeschäftigt, mit den gleichen Rechten etwa des Kündigungsschutzgesetzes oder des Teilzeit- und Befristungsgesetzes wie Arbeitnehmer in anderen Branchen.

Ansprechpartner

Ruf nach Regulierung
IW-Gewerkschaftsspiegel, 30. November 2016

Crowdworking Ruf nach RegulierungArrow

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Dialogs „Arbeit 4.0“ werden gegen Ende dieses Jahres Vorschläge präsentiert, wie die sozialen Bedingungen und Spielregeln der zukünftigen Arbeitsgesellschaft gestaltet werden sollen. Dabei wird auch über eine Regulierung des Crowdworkings diskutiert. mehr

30. September 2016

Geringfügig Beschäftigte Minijobs sind kein JobmotorArrow

Minijobs haben, anders als gelegentlich behauptet, nichts zum Beschäftigungsaufbau der vergangenen zehn Jahre beigetragen. Im Gegenteil: Ihre Zahl ist zuletzt sogar leicht zurückgegangen. mehr auf iwd.de

Minijobs im Alter
IW-Nachricht, 30. August 2016

Minijobs im Alter Rentner wollen sich was gönnenArrow

In Deutschland haben rund 900.000 Rentner einen Minijob. Was einige Politiker vorschnell als Signal für eine steigende Altersarmut werten, ist aber eigentlich positiv: Die Entwicklung dürfte eher auf einen gesunden Arbeitsmarkt zurückzuführen sein. mehr