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Die Spannbreite der Schätzungen über mögliche Arbeitsplatzverluste war von vorneherein groß. Sie reichte von einigen Zehntausend bis zu über einer Million. Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung spricht dafür, dass die konservativen Schätzungen realistischer waren. Bislang ist allerdings noch nicht einmal klar, wie viele Personen überhaupt vom Mindestlohn betroffen sind – die Schätzungen reichen von 3 bis zu 4,6 Millionen Personen. Für eine verlässliche Bestandsaufnahme der Beschäftigungswirkungen ist es daher noch viel zu früh.

Hinzu kommt: Ökonomische Transformationsprozesse laufen langsam ab und sind vielfältig. Im Taxigewerbe etwa haben die Unternehmen reagiert, indem sie die Preise massiv erhöht haben. Doch bis diese Preissteigerungen auf die Nachfrage nach Taxifahrten durchschlagen und dann als Zweitrundeneffekt zu einem Beschäftigungsabbau führen, wird es wohl noch dauern.

In vielen kleinen Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben kann sich indes einfach die Beschäftigungsform verändern: Aus ehemals Angestellten werden plötzlich Selbstständige. Auch diese Strukturverschiebung kann durchaus verzögert eintreten.

Denkbar ist außerdem, dass Firmen ihre höheren Lohnkosten dadurch ausgleichen, dass Sonderzahlungen gekürzt oder gestrichen werden – auch bei Beschäftigungsgruppen, die vom Mindestlohn gar nicht getroffen werden.

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Gastbeitrag, 29. Dezember 2016

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Zwei Jahre nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zieht Christoph Schröder, Experte für Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in einem Gastbeitrag für die Fuldaer Zeitung eine ernüchternde Bilanz. mehr

Ruf nach Regulierung
IW-Gewerkschaftsspiegel, 30. November 2016

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Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Dialogs „Arbeit 4.0“ werden gegen Ende dieses Jahres Vorschläge präsentiert, wie die sozialen Bedingungen und Spielregeln der zukünftigen Arbeitsgesellschaft gestaltet werden sollen. Dabei wird auch über eine Regulierung des Crowdworkings diskutiert. mehr

30. September 2016

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Minijobs haben, anders als gelegentlich behauptet, nichts zum Beschäftigungsaufbau der vergangenen zehn Jahre beigetragen. Im Gegenteil: Ihre Zahl ist zuletzt sogar leicht zurückgegangen. mehr auf iwd.de