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Mit dem damaligen Zusammenschluss wurden mehr als 1.000 Berufsgruppen in einer einzigen Multibranchengewerkschaft gebündelt. Ein Ziel der Großfusion war, rückläufige Mitgliederzahlen und sinkende Beitragseinnahmen aufzufangen. Außerdem sollten Rivalitäten zwischen fusionierenden Bünden beigelegt und Synergieeffekte ausgenutzt werden.

Eine erste Bilanz fällt indes nüchtern aus. Die Austritte haben sich nach der Gründung eher beschleunigt und im Gesundheits- und Flugsektor sind Berufsgruppen wie Fluglotsen, Piloten oder Ärzte tarifpolitisch eigene Wege gegangen. Die Organisationskraft ist in Branchen wie dem Einzelhandel überdies so gering, dass ver.di neue, höchst umstrittene Kampfmaßnahmen wie Flashmobs einsetzen muss, um Druck auf die Arbeitgeberseite auszuüben.

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Gewerkschaftsspiegel, 22. August 2016

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Die Gewerkschaftsfeindlichkeit des Unternehmens hat nicht nur für die Beschäftigten im Handel negative Folgen, sondern untergräbt auch in anderen Bereichen die Standards von guter Arbeit. Durch ihre Streiks haben die Beschäftigten viele Verbesserungen erreicht. Sie kämpfen weiter – aber nötig ist auch gesellschaftliche Solidarität, um grundlegende Arbeitnehmerrechte durchzusetzen. mehr

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Gewerkschaftsspiegel, 22. August 2016

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Gewerkschaftsspiegel, 22. August 2016

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Seit Jahren schwelt ein Tarifkonflikt zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Online-Versandhändler Amazon. Vordergründig geht es um die Frage, ob das Unternehmen seine Mitarbeiter nach dem Einzelhandelstarif oder dem (geringer vergütenden) Logistiktarif bezahlen sollte. Tatsächlich dreht sich der Konflikt aber um die Frage, ob ein ausländischer Konzern dazu bereit ist, sich an die arbeitsrechtlichen und sozialpartnerschaftlichen Gepflogenheiten der Länder anzupassen, in denen er Tochterunternehmen unterhält. mehr