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Es reicht aus, den Bodenwert eines Grundstücks als Maßstab für die Grundsteuer heranzuziehen, sagt Ökonom Henger. Foto: IW Köln

Warum finden Sie die derzeitige Grundsteuer so ungerecht?

Die Bemessungsgrundlage ist völlig veraltet. Die Finanzbeamten arbeiten zum Teil mit 50 Jahre alten Daten, sodass die ermittelten Einheitswerte nicht mehr der Realität entsprechen. Abhängig von Art und Alter eines Gebäudes oder der Lage des Grundstücks fällt die Grundsteuer dadurch in einigen Fällen unverhältnismäßig hoch oder niedrig aus.

Wie beurteilen Sie die vielen Reformvorschläge?

Bei den meisten der aktuell diskutierten Reformmodellen orientiert sich die Steuer vor allem am Wert des Gebäudes. Das ist ein großer Nachteil, denn der Wert des Gebäudes hängt von den Investitionen des Eigentümers ab. Darum sollte der Staat es nicht besteuern. Wer Geld in sein Haus steckt und es saniert, wird am Ende dafür bestraft.

Sie plädieren also für eine reine Bodensteuer?

Ja, denn meiner Meinung nach reicht es vollkommen aus, den Bodenwert eines Grundstücks als Maßstab für die Höhe der Grundsteuer heranzuziehen. Zumal sich mit dieser Variante auch die Verwaltungskosten für die Behörden enorm senken lassen. Schließlich müssen die Beamten die Gebäude weder erfassen noch bewerten. Gleichzeitig könnte man mit einer solchen Steuer bei einigen wohnungspolitischen Problemen gegensteuern - wie zum Beispiel dem Wohnungsmangel in Ballungsregionen.

Wie soll das funktionieren?

Die bisherige Grundsteuer liefert kaum Anreize, Brachflächen zu bebauen oder Baulücken zu schließen. Gerade in den Ballungszentren ist Bauland aber sehr knapp. Vielerorts beobachtet man eine regelrechte Hortung von unbebauten Grundstücken, da das nahezu steuerfrei möglich ist. Gebe es eine reine Bodensteuer, würde mancher Eigner sein Land sicher effizienter nutzen. So käme also mehr Bauland auf den Markt. Gleichzeitig würden Mehrfamilienhäuser entlastet, da sie weniger Fläche als Einfamilienhäuser verbrauchen. Und auch in ländlichen Regionen würde eine reine Bodensteuer helfen - da dann Eigner unbebauter Grundstücke eher verkaufen und Eigner von großen Grundstücken eher bereit sind, ihr Grundstück zusätzlich zu bebauen.

Warum fällt es den Bundesländern so schwer, sich auf ein Konzept zu einigen?

Keiner möchte freiwillig Geld hergeben und einem Modell zustimmen, bei dem er verliert. Vermutlich wird man daher nicht die Grundsteuer allein reformieren können, sondern auch bei anderen Steuern oder dem Länderfinanzausgleich ansetzen müssen. Der politische Druck steigt aber zusehends, denn der Bundesfinanzhof hat die aktuelle Grundsteuer dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt.

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Gastbeitrag, 8. Februar 2017

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Es erscheint als ein Luxusproblem für die Politik: Wohin mit den Überschüssen in den öffentlichen Haushalten? Schulden tilgen, Investitionen erhöhen? Bei genauem Hinsehen ist eine Option den anderen überlegen: Die Zeit ist reif für eine Steuerentlastung, die diesen Namen verdient. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Tobias Hentze im Online-Magazin für Wirtschaftspolitik makronom.de. mehr

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Deutschland gilt als Mieternation. Lediglich 45 Prozent der Haushalte in Deutschland leben in den eigenen vier Wänden. Dies liegt zum großen Teil an der hohen Grunderwerbssteuer. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat untersucht, was nötig wäre, um die Wohneigentumsquote zu erhöhen. mehr

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