Sind wir im Alter alle arm? Image
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Natürlich nicht alle. Aber viele von uns werden im Alter mit deutlich weniger auskommen müssen, wenn sie jetzt nicht mehr auf die hohe Kante legen.

Was ist mit denen, die keine Jobs haben oder nur wenig arbeiten und das nicht können?

Arbeitslose oder Alleinerziehende sind in der Tat sehr gefährdet, weil sie nicht ausreichend Geld für den Ruhestand ansparen können. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Bundesregierung alles unterlässt, was die Arbeitsaufnahme dieser Personen noch schwieriger macht. Der Mindestlohn ist in diesem Zusammenhang genau der falsche Weg, weil er es z. B. für viele schlecht ausgebildete Arbeitslose noch schwerer macht, einen Job zu finden.

Aber trotz Beschäftigungsrekord nimmt Altersarmut doch heute schon zu!

Der Anstieg ist vergleichsweise moderat. Aktuell sind rund 2,5 Prozent der Rentner von Altersarmut betroffen. In anderen EU-Ländern sind es deutlich mehr.

Was sollen die Beschäftigten konkret tun?

Wer kann, sollte sein Geld nicht nur in Sparbücher und Lebensversicherungen stecken, sondern auch in etwas risikoreichere Anlagen, beispielsweise Investmentfonds.

Und Immobilien?

Natürlich ist ein Eigenheim ein guter Schutz gegen Altersarmut. Und generell lässt sich sagen: Viele von uns werden auch über 67 Jahre hinaus noch arbeiten, um ein auskömmliches Leben zu führen.

Also Rente erst mit 70 oder 75 wegen Zinstief?

Da die Deutschen zum Glück immer älter werden, muss auch das Renteneintrittsalter über 67 hinaus steigen. Aber darüber hinaus wird es darum gehen, auch im Ruhestand noch weiterzuarbeiten, unter anderem in einem Teilzeitjob. Die Bundesregierung sollte deutlich mehr Anreize für Rentner schaffen, weiterzuarbeiten, z. B. durch Verzicht auf Sozialbeiträge.

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Veranstaltung, 10. November 2016

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Das Jahr 2017 steht im Zeichen der Bundestagswahl, deren Ausgang auch für die Alterssicherung richtungsweisend sein kann. Denn die nächste Legislaturperiode wird die letzte sein, bevor die Baby-Boomer nach und nach in den Ruhestand wechseln. Noch besteht die Möglichkeit, den Ausgleich zwischen den Generationen zu tarieren, doch es ist Eile geboten. mehr

Zinsentscheidung der Federal Reserve
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IW-Kurzbericht, 20. September 2016

Michael Hüther / Markus Demary IW Monetary Outlook: The Contribution of Supply and Demand Factors to Low InflationArrow

Eurozone inflation underperforms since the beginning of 2013 and monetary policy struggles to stabilize it since then. The items of the aggregate inflation rate indicate that low inflation is due to both supply and demand factors and weak demand is caused by indebtness and unemployment. Additional monetary policy measures are not required in the current situation because monetary policy has long lags when economies are indebted and it already helped to reduce cyclical unemployment. mehr