Ohne Erbschaftsteuer gibt es mehr Jobs Image
Quelle: fotolia – Volker Witt

Morgen steht ein wichtiges Urteil des Bundesverfassungsgerichts an: Die Richter müssen urteilen, ob die Erbschaftsteuer zu Recht große Vermögen in Unternehmen verschont.

Im Kern geht es um die Frage: Ist es richtig, dass ein Firmenchef seine Firma und die Arbeitsplätze vererben kann? Oder darf der Staat über eine hohe Besteuerung im Todesfall Betriebe und Jobs gefährden?

Derzeit gilt: Wer eine Firma erbt und mindestens zehn Jahre weiterführt, muss quasi keine Erbschaftsteuer zahlen. Das ist aus ökonomischer Sicht gut. Es stellt aber eine Ungleichbehandlung dar gegenüber denjenigen, die z. B. eine Immobilie erben und darauf volle Erbschaftsteuer zahlen müssen.

Sollten die Richter die Sonderregelung für Betriebsvermögen einschränken, ist Vorsicht geboten!

Viele Politiker irren, wenn sie glauben, Firmenvermögen ließe sich einfach besteuern. Schließlich liegt es in der Regel nicht auf Bankkonten, sondern steckt in Werkshallen, Maschinen, Forschungslabors.

Auch der Versuch, mit höherer Erbschaftsteuer Staatshauhalte zu sanieren, wird fehlschlagen. Denn die Steuereinnahmen z.B. aus der Lohnsteuer, werden an anderer Stelle fehlen.

Stattdessen ist die komplette Abschaffung der Steuer geboten. Das entspricht der Generationengerechtigkeit, weil Jobs an die nachfolgende Generation weitergegeben werden. Und weil das vererbte Vermögen schon mal versteuert wurde: zum Beispiel mit der Einkommens- und Mehrwertsteuer.

Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung
Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung

Zum Gastbeitrag auf bild.de

Ansprechpartner

Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten Progression
IW policy paper, 2. Dezember 2016

Martin Beznoska Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten ProgressionArrow

Von 2010 bis einschließlich 2015 hat sich die gesamte, nicht mittels Tarifanpassungen ausgeglichene Zusatzbelastung der Steuerzahler durch die kalte Progression auf 36,5 Milliarden Euro summiert. Diese versteckten impliziten Steuererhöhungen durch die kalte Progression sind nicht durch die Gesetzgebung legitimiert und sollten daher von der Politik beseitigt werden. mehr

IW-Kurzbericht, 4. November 2016

Michael Voigtländer A high financial burden for German home buyersArrow

Home buyers in Germany not only have to pay high down payments for financing their property, but they also have to pay high transaction costs. Besides the transaction tax, also notary fees and the entry in the land register sum up to a considerable amount. The cases of the Netherlands and the United Kingdom illustrate that high transaction costs are not a necessity. mehr

Nebenkosten beim Immobilienkauf
IW-Pressemitteilung, 4. November 2016

Nebenkosten beim Immobilienkauf Ärmere Haushalte unterstützenArrow

In Deutschland sind die Nebenkosten beim Immobilienkauf mehr als doppelt so hoch wie in den Niederlanden und fast viermal so hoch wie in Großbritannien. Das zeigt eine neue Kurzstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Sie kritisiert, dass diese Kosten vor allem ärmeren Haushalten den Zugang zum Immobilienmarkt erheblich erschweren. mehr