Ein weicher Euro ist gefährlich für alle! Image
Quelle: leroy131 – Fotolia

Zehn Prozent hat der Euro gegenüber dem US-Dollar seit Anfang Mai an Wert verloren – beachtlich für eine Weltwährung. Warum geht es runter?

Der Wechselkurs verändert sich, wenn die wirtschaftliche Dynamik in beiden Regionen unterschiedlich ist. Tatsächlich ist die Konjunktur in den USA derzeit stärker als in der Eurozone.

Ebenso schwanken Wechselkurse, wenn die Geldpolitik in beiden Währungsräumen einen unterschiedlichen Kurs fährt. Seit Mitte 2013 pumpt die US-Notenbank Fed weniger großzügig Geld in die Volkswirtschaft – und die Anleihekäufe enden in diesem Monat. Ganz anders die Europäische Zentralbank EZB: Sie will Banken in Südeuropa künftig sogar hochriskante Papiere abkaufen!

Vordergründig sind die Folgen eines weichen Euro positiv: Die europäischen Waren werden in der Welt, wo meist mit Dollar bezahlt wird, billiger. Der Export wird gefördert, Arbeitsplätze gesichert. Und: Das Risiko der Deflation wird durch höhere Preise für Importe gemildert.

Doch das ist nicht ohne Risiken. Zwar gibt es kein weltweit reguliertes Währungssystem, doch bisher hatten die Notenbankchefs auf gezielte Abwertungen verzichtet.

Grund waren historische Erfahrungen: Die Abwertungswettläufe zwischen den Weltkriegen waren der Sargnagel für die Weltwirtschaft!

Doch jetzt sind wir einem solchen Währungskrieg durch bewusst herbeigeführte Abwertungen sehr nahe. Was jetzt beim Euro passiert, haben wir zuvor beim japanischen Yen erlebt. Besser geht es der japanischen Volkswirtschaft deshalb aber nicht!

Abwertungen lösen keine strukturellen Probleme. Ein Abwertungswettlauf schädigt alle.

Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung
Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung

Zum Gastbeitrag auf bild.de

Ansprechpartner

Maastricht ebnet Weg zum Euro: Ein Vertrag mit Schwächen
Gastbeitrag, 7. Februar 2017

Berthold Busch auf n-tv.de Maastricht ebnet Weg zum Euro: Ein Vertrag mit SchwächenArrow

Heute vor 25 Jahren wurde der Vertrag von Maastricht unterzeichnet. Er war ein Meilenstein auf dem Weg zur EU in ihrer heutigen Form und auch zum Euro. Doch für Partystimmung sorgt das Jubiläum nicht. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Berthold Busch auf n-tv.de. mehr

6. Februar 2017

Europäische Währungsunion 25 Jahre Vertrag von MaastrichtArrow

Seit Jahren schlittert die Europäische Union von einer Krise in die andere – vorläufiger Höhepunkt war das Brexit-Votum im vergangenen Jahr. Doch trotz aller Widrigkeiten: Die Mehrheit der Europäer hält den Euro für eine gute Sache. mehr auf iwd.de

Eine EZB-Zinserhöhung ist überfällig
Gastbeitrag, 1. Februar 2017

Markus Demary und Michael Hüther in der Börsen-Zeitung Eine EZB-Zinserhöhung ist überfälligArrow

Durch die sich normalisierenden Ölpreise und durch die zunehmende wirtschaftliche Erholung des Euroraums haben sich die Inflationsaussichten deutlich verstärkt, schreiben Markus Demary und Michael Hüther in der Börsen-Zeitung. Dies stellt die Angemessenheit der aktuellen Geldpolitik fundamental in Frage. mehr