Ein weicher Euro ist gefährlich für alle! Image
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Zehn Prozent hat der Euro gegenüber dem US-Dollar seit Anfang Mai an Wert verloren – beachtlich für eine Weltwährung. Warum geht es runter?

Der Wechselkurs verändert sich, wenn die wirtschaftliche Dynamik in beiden Regionen unterschiedlich ist. Tatsächlich ist die Konjunktur in den USA derzeit stärker als in der Eurozone.

Ebenso schwanken Wechselkurse, wenn die Geldpolitik in beiden Währungsräumen einen unterschiedlichen Kurs fährt. Seit Mitte 2013 pumpt die US-Notenbank Fed weniger großzügig Geld in die Volkswirtschaft – und die Anleihekäufe enden in diesem Monat. Ganz anders die Europäische Zentralbank EZB: Sie will Banken in Südeuropa künftig sogar hochriskante Papiere abkaufen!

Vordergründig sind die Folgen eines weichen Euro positiv: Die europäischen Waren werden in der Welt, wo meist mit Dollar bezahlt wird, billiger. Der Export wird gefördert, Arbeitsplätze gesichert. Und: Das Risiko der Deflation wird durch höhere Preise für Importe gemildert.

Doch das ist nicht ohne Risiken. Zwar gibt es kein weltweit reguliertes Währungssystem, doch bisher hatten die Notenbankchefs auf gezielte Abwertungen verzichtet.

Grund waren historische Erfahrungen: Die Abwertungswettläufe zwischen den Weltkriegen waren der Sargnagel für die Weltwirtschaft!

Doch jetzt sind wir einem solchen Währungskrieg durch bewusst herbeigeführte Abwertungen sehr nahe. Was jetzt beim Euro passiert, haben wir zuvor beim japanischen Yen erlebt. Besser geht es der japanischen Volkswirtschaft deshalb aber nicht!

Abwertungen lösen keine strukturellen Probleme. Ein Abwertungswettlauf schädigt alle.

Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung
Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung

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The Contribution of Supply and Demand Factors to Low Inflation
IW-Kurzbericht, 20. September 2016

Michael Hüther / Markus Demary IW Monetary Outlook: The Contribution of Supply and Demand Factors to Low InflationArrow

Eurozone inflation underperforms since the beginning of 2013 and monetary policy struggles to stabilize it since then. The items of the aggregate inflation rate indicate that low inflation is due to both supply and demand factors and weak demand is caused by indebtness and unemployment. Additional monetary policy measures are not required in the current situation because monetary policy has long lags when economies are indebted and it already helped to reduce cyclical unemployment. mehr

Why the ECB is not to blame for low interest rates
Gastbeitrag, 15. September 2016

Markus Demary auf EUROPP Why the ECB is not to blame for low interest ratesArrow

In the latest set of EU stress tests, several German lenders performed poorly. As Markus Demary writes in EUROPP (Blog of LSE about European Politics and Policy), some of this performance has been blamed on low interest rates squeezing the profitability of lenders. He argues that while the ECB has frequently been blamed for this situation, the reality is more complex and instead reflects long-term trends which can only be addressed by lasting structural reforms. mehr

8. August 2016

Bankenkrise Italienisches Banken-DilemmaArrow

Die italienische Regierung will die Regeln der EU-Bankenunion verwässern und staatliche Gelder zur Rettung der maroden Finanzinstitute einsetzen. Ansonsten müssten die italienischen Kleinanleger die Bankenrettung finanzieren – und könnten sich dafür an der Wahlurne rächen. Sogar der Ixit – die italienische Variante des Brexit – wäre dann nicht mehr ausgeschlossen. mehr auf iwd.de