Autofahren muss nachts billiger sein als am Tag! Image
Quelle: Petair – Fotolia

Das war zu erwarten: Die Pkw-Maut wird so nichts, wie es die bayerischen Erfinder im Bundestagswahlkampf dachten und in den Koalitionsvertrag drückten.

Weder kann man die europäischen Nachbarn extra belasten, noch bringt die von Verkehrsminister Dobrindt vorgestellte Lösung wirklich Geld.

Schon prüft der Finanzminister ein Konzept, das auch inländische Autofahrer belasten würde.

Zwar ist richtig: Mehr als drei Milliarden Euro fehlen Dobrindt pro Jahr, um Engpässe und Schlaglöcher zu beseitigen. Da helfen aber die optimistisch erwarteten 600 Millionen Euro aus der Pkw-Maut nicht wirklich.

Doch richtig ist auch: Der Bund kassiert etwa 46 Milliarden Euro pro Jahr aus verkehrsspezifischen Steuern und Abgaben, investierte aber zuletzt nur 5,4 Milliarden Euro in Fernstraßen. Es liegt nicht wirklich am Geld, sondern am politischen Willen.

So ist die eigentlich bedeutsame Frage: Was kann eine klug gemachte Maut bewirken? Sie soll den Verkehr lenken!

Deshalb dürfen die Autofahrer nicht pauschal belastet werden, sondern müssen nutzungsabhängig zahlen.

Eine Lenkungswirkung entsteht, wenn Streckenabschnitte nach Staugefahr unterschiedlich hohe Preise hätten.

Auf dem Kölner Ring würde man in der morgendlichen Rushhour mehr zahlen als nachts und am Vormittag. Und es wäre vermutlich immer teurer als auf der weniger genutzten Ostseeautobahn.

Den Berufspendlern könnte man vergünstigte Abos anbieten, um sie nicht zu überlasten.

Damit das Geld auch zielgenau auf den belasteten Straßen ankommt, sollte man wie in Österreich eine Betreibergesellschaft gründen, die alle Mauteinnahmen erhält.

Anders als der Bund könnte diese Gesellschaft Projekte über mehrere Jahre planen, wodurch sie schneller und günstiger werden. Auch die Zusammenarbeit mit privaten Investoren ließe sich so steuern.

Und: In jedem Fall wäre das Geld vor dem Finanzminister sicher.

Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung
Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung

Zum Gastbeitrag auf bild.de

Ansprechpartner

12. September 2016

Autos Immer ältere Autos auf Deutschlands StraßenArrow

Zu Beginn des Jahres 2016 waren gut 45 Millionen PKW in Deutschland zugelassen - fast vier Millionen mehr als vor acht Jahren. Dennoch werden die Autos im Schnitt immer älter. Das spiegelt sich sowohl in der Pannenstatistik als auch im durchschnittlichen Spritverbrauch wider. mehr auf iwd.de

30. August 2016

Straßenbau Kein Personal – keine AutobahnArrow

Der Bund stellt in diesem Jahr mehr Investitionsmittel für das Fernstraßennetz bereit. Dennoch dürfte der Neu- und Ausbau nicht in allen Bundesländern im erhofften Maße vorankommen. Das liegt an einem entscheidenden Engpass. mehr auf iwd.de

CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in Europa – ein Kompendium
Gutachten, 29. August 2016

Thomas Puls CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in Europa – ein KompendiumArrow

Der Verkehrssektor steht bei der Dekarbonisierung vor besonderen Herausforderungen, denn der Bedarf an Mobilität von Personen und Gütern nimmt global rasant zu, vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern. Aufgrund seiner Schlüsselstellung für die Mobilität wird die künftige Kohlendioxid-Regulierung von Pkw und Lkw eine gewichtige Rolle für die Klimapolitik spielen. mehr