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Michael Hüther Quelle: IW Köln

Das deutsche Geschäftsmodell ist gekennzeichnet durch Industriebasierung, Tertiarisierung der Wertschöpfung und Exportorientierung. Das hat Voraussetzungen in der Verfügbarkeit und Qualität des Humankapitals, in einer verlässlich hochwertigen Infrastruktur, was vor allem die Themen Energie und Breitbandnetz angeht, sowie in einem stabilen Finanzsystem, das trotz Strukturwandel und Reregulierung seine Finanzierungsfunktion bewahrt.

Politisch heißt dies erstens, aus der Demografiestrategie eine überzeugende Demografiepolitik zu machen, um die Fachkräfteversorgung zu gewährleisten. Zweitens muss die Energiewende versorgungssicher und zu wettbewerbsfähigen Preisen gelingen; die Kostendynamik des EEG ist zu stoppen; schnelles Internet muss in den Regionen selbstverständlich werden, um einen Standortnachteil zu vermeiden. Drittens darf bei der Regulierung des Finanzsystems dessen volkswirtschaftliche Funktion nicht aus dem Blick geraten, wie es mit den Liquiditätsvorschriften nach Basel III für den langfristigen Unternehmenskredit droht.

Dies alles muss eingebettet sein in eine Finanzpolitik, die auf Konsolidierung setzt, ohne Steuern und Abgaben zu erhöhen, in eine Arbeitsmarktpolitik, die den Arbeitsmarkt offen sowie flexibel hält, und in eine Lohnpolitik, die einen beschäftigungsorientierten und betrieblich differenzierenden Kurs hält.

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Interview, 24. Februar 2017

Michael Hüther im Business Insider Deutschland „Das ist doch absurd”Arrow

Im Interview mit dem Business Insider spricht Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, über die von Donald Trump angekündigten Strafzölle, die Pläne von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz – und über das Glücklichsein. mehr

Rückabwicklung Agenda 2010
Gastbeitrag, 22. Februar 2017

Holger Schäfer auf Focus Online Rückabwicklung Agenda 2010 – Schulz irrt: Mehr Arbeitslosengeld für Ältere hat mit Gerechtigkeit nichts zu tunArrow

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will Teile der Agenda 2010 wieder ändern. Für ihn ist das eine Frage der Gerechtigkeit. Dabei war es gerade die Agenda 2010, die viele Menschen zurück in die Arbeit brachte und der deutschen Wirtschaft wieder Schwung verlieh, schreibt IW-Ökonom Holger Schäfer in einem Gastbeitrag auf n-tv.de. mehr