Industriemetallpreis-Index Image
Foto: Zhangyang/Fotolia

Entscheidend für die – aus Sicht europäischer Abnehmer – leichte Verteuerung der wichtigsten Metalle im Juni ist die Veränderung des Euro-Dollar-Wechselkurses gewesen. Mehrheitlich gab es jedoch nur geringe Bewegungen auf den internationalen Metallmärkten. So zeigte der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) nur eine zaghafte Aufwärtsbewegung von 1,8 Zählern oder 0,6 Prozent auf 280,3 Punkte. Ohne die leichte Schwäche des Euro, der im Monatsdurchschnitt von 1,1311 auf 1,1229 Dollar nachgab, wäre der IMP-Index praktisch konstant geblieben. Der Index beschreibt die Preisentwicklungen der für Deutschland wichtigsten Metalle auf Euro-Basis. Die Preise der in Dollar notierten Metalle haben sich auf den Weltmärkten damit im vergangenen Monat neutralisiert und sind zusammengefasst fast unverändert – trotz unterschiedlicher Entwicklungen auf den verschiedenen Märkten.

Dabei ist die weitere Abwertung des Euro im Nachklang der Brexit-Entscheidung noch nicht vollständig berücksichtigt, da der größte Teil des Juni noch von der Erwartung einer Entscheidung für den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union geprägt war. Auch aktuelle Preisveränderungen auf den globalen Metallmärkten sind nicht prägend für die Monatsdurchschnitte, die in dem Index abgebildet werden.

Für die in Euro kalkulierenden Metallverbraucher sind zuletzt nur zwei Metalle günstiger geworden: Eisenerz hat im Monatsvergleich fast 5 Prozent an Wert verloren, liegt damit aber immer noch um knapp ein Fünftel über dem Preisniveau vom Jahresanfang. Kupfer ist 0,6 Prozent günstiger geworden und liegt damit beinahe wieder auf dem Januar-Wert.

Auf der Seite der Kostensteigerung stehen das Indexschwergewicht Aluminium sowie Nickel mit Anstiegen von jeweils rund 3,5 Prozent in Euro-Preisen. Das höchste Plus verbuchte im letzten Monat Zink, das um 9 Prozent teurer wurde und inzwischen fast 30 Prozent über dem Jahresanfangsniveau liegt. Spürbar zugelegt haben auch Zinn (+2,3 Prozent) sowie die Edelmetalle Silber (+2,7 Prozent) und Gold (+2,0 Prozent). Vor allem bei Gold spielt das Sicherheitsdenken wegen der Turbulenzen nach der Brexit-Entscheidung wieder eine wichtige Rolle. Nur leicht angestiegen ist im Juni Blei (+ 0,8 Prozent), dass sich seit Jahresbeginn kaum verändert hat.

Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

Ansprechpartner

28. September 2016

Industriestruktur Starke M+E-IndustrieArrow

Die Metall- und Elektro-Industrie ist das Herz des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland. Über 3,9 Millionen Mitarbeiter erwirtschafteten dort – einschließlich Stahlerzeugung – 2015 einen Umsatz von etwa 1,1 Billionen Euro. Damit stellt die M+E-Industrie 65 Prozent aller Industriebeschäftigten und vereint 63 Prozent der Industrieumsätze auf sich. mehr auf iwd.de

Industrielle Arbeitskosten im internationalen Vergleich
IW-Trends, 20. September 2016

Christoph Schröder Industrielle Arbeitskosten im internationalen VergleichArrow

Die Arbeitskosten des westdeutschen Verarbeitenden Gewerbes beliefen sich im Jahr 2015 auf 40,90 Euro je Arbeitnehmerstunde. Damit liegt Westdeutschland an sechster Stelle des 44 Länder umfassenden Arbeitskostenvergleichs des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und hat gegenüber dem Durchschnitt der fortgeschrittenen Industrieländer um fast ein Viertel höhere Arbeitskosten zu tragen. mehr

Duma-Wahl
IW-Nachricht, 16. September 2016

Duma-Wahl Die russische Wirtschaft wiederbeleben Arrow

Am Sonntag finden in Russland die Parlamentswahlen statt. Wie auch immer sich die russische Duma danach zusammensetzt, sind die Herausforderungen für die Volksvertreter enorm: Vor allem müssen sie der russischen Wirtschaft wieder auf die Beine helfen – keine leichte Aufgabe, denn die Probleme sind gravierend und tiefgreifende Strukturreformen sind notwendig. mehr