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Die Nachrichten aus China deuten nicht auf eine Erholung der Metallpreise hin. Foto: Zhangyang/Fotolia

Der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln), mit dem das Preisniveau der wichtigsten Importmetalle gemessen wird, ist im Vergleich zum Vormonat um 4,5 Prozent gefallen. Schon im November notierte der Index 3,3 Prozent niedriger als im Oktober. Seit Ende 2014 ist das Niveau der Metallpreise auf Euro-Basis damit um über 15 Prozent zurückgegangen. Im Dezember lag der IMP-Index bei 262,4 Punkten nach 274,7 Zählern im Vormonat. Im Dezember 2014 stand das Preisbarometer noch bei 310,4 Punkten.

Das Jahr war auf den Metallmärkten in zwei Phasen unterteilt: Im ersten Halbjahr setzte der IMP-Index seine Seitwärtsbewegung fort, die Anfang 2014 begonnen hatte und in der der Index in einem Zehn-Punkte-Band rund um die Marke von 320 Zählern schwankte. Im zweiten Halbjahr nahm der Index dann die Talfahrt wieder auf, die er nach dem Hoch im Februar 2011 bei 448 Punkten begonnen hatte. Der beschleunigte Preisrückgang der vergangenen Monate hat dazu geführt, dass der Index nur noch knapp über der unteren Grenze des seit fast fünf Jahren bestehenden Abwärtskorridors liegt.

Im Dezember hat die leichte Wechselkursverschiebung den Fall der in Dollar gehandelten Metalle kaum gebremst. Ohne diesen Effekt hätte der IMP-Index 3,2 Prozent verloren und wäre bei 265,9 Punkten gelandet.

Der wesentliche Treiber des jüngsten Indexrückgangs war der abermalige Wertverlust von Eisenerz. Der Grundstoff zur Stahlherstellung brach binnen eines Monats um 12,8 Prozent ein und kostete im Dezember nur noch 41 Dollar pro Tonne. Einen solch niedrigen Wert sah man zuletzt Ende 2004 - also vor Beginn der Rohstoffrally. Auf dem Höhepunkt der Hausse im März 2008 lag der Kurs bei fast 200 Dollar, also fast fünfmal so hoch wie heute.

Die beiden anderen Index-Schwergewichte entwickelten sich im Dezember uneinheitlich: Während Kupfer 3,4 Prozent verlor, stieg der Dollar-Preis für Aluminium um 2,0 Prozent. Deutlichere Rückgänge gab es bei Nickel (-5,8 Prozent) und Zink (-3,5 Prozent). Gold und Silber schwächten sich um rund 2 Prozent ab. Zinn blieb nahezu stabil. Nur Blei konnte im Monatsvergleich um 5,5 Prozent zulegen.

Im Jahresrückblick hat vor allem der Kursverfall von Aluminium, Kupfer und Eisenerz zur Verringerung des Preisniveaus beigetragen: Die Index-Schwergewichte verloren rund 22 Prozent, 28 Prozent und 40 Prozent ihres Wertes. Aufgrund der Euro-Abwertung zum Dollar war die Entlastung für heimische Unternehmen um rund 10 Prozentpunkte niedriger. Zink und Zinn sind mit einem Rückgang von gut einem Viertel ebenfalls deutlich günstiger geworden. Die Preise für Edelmetalle sowie Blei sind auf Dollar-Basis auf Jahressicht um gut 10 Prozent gefallen, in Euro gerechnet dagegen praktisch unverändert geblieben.

In den nächsten Monaten wird viel davon abhängen, wie sich die Weltwirtschaft entwickelt. Die aktuellen Nachrichten aus China deuten eher nicht auf eine Erholung der Metallpreise hin, sondern sprechen für ein weiter recht niedriges Niveau.

Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

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