Metallverarbeiter hin- und hergerissen Image

Auf den internationalen Metallmärkten sind die Preise im September in der Tendenz deutlich gestiegen. Die meisten für die Industrie wichtigen Metalle wurden um rund 10% teurer. So kostete Aluminium fast 12% mehr als im Vormonat. Kupfer überschritt mit einem Plus von 7,6%wieder die Marke von 8 000 Dollar je Tonne . und zwar deutlich. Auch andere Industriemetalle wie Blei, Nikkel, Zinn und Zink sind im Vergleich zum August zwischen 10% und 15% kostspieliger geworden. Ähnliches gilt für die Edelmetalle Gold und Silber.

Die einzige, aber wichtige Ausnahme von der festen Tendenz bildete Eisenerz. Der Preis für den Rohstoff, der zur Stahlherstellung benötigt wird, fiel im Monatsvergleich um 7,4 %; damit liegt die Notierung zum ersten Mal seit Ende 2009 wieder unter 100 Dollar pro Tonne. Auf Jahressicht ist Eisenerz auf Dollar-Basis um 44% billiger geworden. Für die stahlverarbeitenden Industrien ist das eine erhebliche Entlastung.

Insgesamt sind die wichtigsten Industriemetalle für die Verbraucher in der deutschen Industrie im September um 2,5% teurer geworden. Der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) ist von 380,0 auf 389,6 Punkte gestiegen und hat damit den Wert vom Juni fast punktgenau wieder erreicht. Damit gehen die Auf- und Abwärtsbewegungen rund um einen sinkenden Preistrend seit Anfang 2011 weiter, ohne den Reduktionspfad der letzten Wochen zu verlassen. In den vergangenen Monaten blieb der IMP-Index jedoch weitgehend stabil. Heute liegt das Preisniveau der wichtigsten Metalle auf Euro-Basis fast 13% unter dem Rekordstand vor anderthalb Jahren.

Der jüngste Indexanstieg bedeutet so lange noch keine Trendwende, solange sich der Preisanstieg auf breiter Front nicht fortsetzt. Die Begrenzung des aktuellen Preisauftriebs ist auf zwei Faktoren zurückzuführen: den deutlichen Verfall des Eisenerzkurses und die jüngste Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar. Wäre Eisenerz ebenfalls um 10% im Preis gestiegen oder wäre der Wechselkurs im September stabil geblieben, hätte der IMP-Index die 400-Punkte-Marke wieder erreicht. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Dollar-Preise an den weltweiten Märkten würde sich auch bei den deutschen Verbrauchern niederschlagen, die auf Euro-Basis abrechnen.

Ansprechpartner

Industriemetallpreis-Index
Gastbeitrag, 12. Januar 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Rally der Metallpreise macht Verarbeitern zu schaffenArrow

Die Aufwärtsbewegung an den internationalen Metallmärkten hat sich auch zum Ende des vergangenen Jahres hin fortgesetzt. Der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) stieg im Dezember um 3,6 Prozent, nachdem er im November bereits um 11,5 Prozent in die Höhe gegangen war, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. mehr

Industriemetallpreis-Index
Gastbeitrag, 14. Dezember 2016

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Industriemetallpreis-Index springt um ein ZehntelArrow

Die Notierungen an den internationalen Metallmärkten sind im November stark gestiegen. Außer Gold und Silber sind alle bedeutenden Metalle deutlich teurer geworden, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. mehr

12. Dezember 2016

M+E-Strukturbericht Das Wissen entscheidetArrow

Humankapital, Forschung und Entwicklung, wissensintensive Tätigkeiten – mit diesen Zutaten erwirtschaften hochentwickelte Länder wie Deutschland ihren Wohlstand. Für die Metall- und Elektro-Industrie sind sie neben handfesten Rohstoffen wie Öl, Metall und Seltenen Erden von besonderer Bedeutung. mehr auf iwd.de