Metallpreis-Baisse erfreut die Industrie Image
Quelle: valeriy555 - Fotolia

Zur Freude der metallverarbeitenden Industrie in Deutschland setzt sich der Rückgang der Metallpreise im Herbst fort - wenn auch etwas verlangsamt. Von Oktober auf November ist der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) um 1,5 Punkte oder 0,4 Prozent auf 332 Zähler gefallen. Damit ist der seit Längerem bestehende Abwärtstrend weiter intakt. Seit Jahresbeginn hat der IMP-Index über 67 Punkte oder ein Sechstel seines Wertes eingebüßt. Auch der zeitweilige Preisanstieg im Sommer wurde inzwischen ausgeglichen, so dass sich das Industriemetallpreis-Barometer zuletzt wieder auf dem Niveau vom Juni dieses Jahres befand.

Dass es zuletzt keinen deutlicheren Abschlag beim IMP-Index gab, lag vor allem an der Eisenerznotierung und dem Dollar-Kurs. So ist der Weltmarktpreis für Eisenerz in Dollar gerechnet im November gegen den Trend um 2,6 Prozent gestiegen (+ 3,6 Prozent in Euro). In der Betrachtung seit Jahresanfang ist der Rückgang mit 9,8 Prozent in Dollar oder 11,2 Prozent in Euro klar unterdurchschnittlich.

Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

Die andere Bremse für einen stärkeren Indexverfall war der Euro-Dollar-Wechselkurs. Die jüngste, wenn auch nur leichte Abwertung des Euro hatte Einfuhren tendenziell verteuert - und damit auch die Metallpreise. Ohne diesen Effekt wäre der IMP-Index im November um 1,5 Prozent gefallen und hätte bei 328,5 Punkten gelegen.

Grundlegende Preisveränderungen sind nicht auf das Austauschverhältnis der Währungen zurückzuführen. So lag der Wechselkurs im vergangenen Monat annähernd auf dem Niveau vom Jahresanfang. Seit Anfang Dezember hat der Euro allerdings an Wert gewonnen und liegt nun nahe seinem Jahreshoch bei 1,38 Dollar. Die Folge könnte ein Indexanstieg im Dezember sein.

Während Eisenerz teurer geworden ist, haben alle anderen Metalle an Wert verloren oder sind im Vormonatsvergleich nahezu unverändert geblieben. Die Euro-Preise für Blei, Zinn und Zink haben zuletzt stagniert. Nickel und Gold verloren jeweils 2,1 Prozent, die Indexschwergewichte Kupfer und Aluminium 0,8 Prozent bzw. 2,7 Prozent. Den größten Abschlag musste wieder einmal Silber verzeichnen: Hier sind die Preise zuletzt um 4,3 Prozent gefallen. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall damit fast 35 Prozent an Wert verloren.

Ansprechpartner

Industriemetallpreis-Index
Gastbeitrag, 12. Januar 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Rally der Metallpreise macht Verarbeitern zu schaffenArrow

Die Aufwärtsbewegung an den internationalen Metallmärkten hat sich auch zum Ende des vergangenen Jahres hin fortgesetzt. Der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) stieg im Dezember um 3,6 Prozent, nachdem er im November bereits um 11,5 Prozent in die Höhe gegangen war, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. mehr

Industriemetallpreis-Index
Gastbeitrag, 14. Dezember 2016

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Industriemetallpreis-Index springt um ein ZehntelArrow

Die Notierungen an den internationalen Metallmärkten sind im November stark gestiegen. Außer Gold und Silber sind alle bedeutenden Metalle deutlich teurer geworden, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. mehr

12. Dezember 2016

M+E-Strukturbericht Das Wissen entscheidetArrow

Humankapital, Forschung und Entwicklung, wissensintensive Tätigkeiten – mit diesen Zutaten erwirtschaften hochentwickelte Länder wie Deutschland ihren Wohlstand. Für die Metall- und Elektro-Industrie sind sie neben handfesten Rohstoffen wie Öl, Metall und Seltenen Erden von besonderer Bedeutung. mehr auf iwd.de