Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

Das Preisbarometer fiel im Dezember auf 310,4 Punkte nach 316,7 Zählern im Vormonat. Das Minus von 2,0 Prozent war der zweithöchste Rückgang des Jahres. Von den Turbulenzen am Ölmarkt - dem am stärksten beachteten Rohstoffmarkt - sind die Verluste an den Metallmärkten jedoch weit entfernt. Ohne die gleichzeitige Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar wäre das Minus des IMP-Index - und damit die Entlastung für die metallverarbeitende Industrie in Deutschland - um die Hälfte stärker gewesen. Bei stabilen Wechselkursen würde der Index bei nur 306,9 Punkten liegen.

Deutliche Preisrückgänge auf Euro-Basis waren im Dezember vor allem bei Eisenerz und Aluminium mit Einbußen von 8,1 Prozent bzw. 7,1 Prozent zu verzeichnen. Die beiden Metalle haben zusammen ein Gewicht von gut 37 Prozent im IMP-Index. Kupfer, dessen Indexanteil bei über 29 Prozent liegt, gab im letzten Monat des Jahres um 2,9 Prozent nach. Blei und Zink verbilligten sich um 3,4 Prozent bzw. 2,3 Prozent. Der Preis für Zinn blieb fast unverändert.

Zugelegt haben dagegen Silber (3,0 Prozent) und Nickel (3,1 Prozent). Teurer wurde auch das Edelmetall Gold, das mit 16 Prozent im Index berücksichtigt wird; der Preis für das gelbe Metall stieg um 3,4 Prozent.

Wie der Dezember war auch das Gesamtjahr 2014 durch einen Abwärtstrend des IMP-Index geprägt, hinter dem sich sehr unterschiedliche Preisentwicklungen der einzelnen Metalle verbergen. Im Jahresverlauf deutlich teurer wurden vor allem Nickel (24,9 Prozent), Aluminium (22,0 Prozent) und das im Index weniger stark gewichtete Zink (17,9 Prozent).
Entlastungen für die Industrie ergaben sich vor allem durch den Einbruch des Eisenerzpreises, der in Euro gerechnet zwischen Januar und Dezember um 41,4 Prozent zurückging. Auf Dollar-Basis hat sich der Eisenerzpreis binnen Jahresfrist halbiert. Eisenerz wird heute auf den internationalen Märkten so billig gehandelt wie seit Mitte 2009 nicht mehr. Einen unveränderten Eisenerzpreis vorausgesetzt, wären die im IMP-Index gemessenen Metallpreise 2014 nicht um 5,3 Prozent gefallen, sondern im Gegenteil um 5,2 Prozent gestiegen.

Auch die schrittweise Abwertung des Euro zum Dollar hatte spürbaren Einfluss auf den IMP-Index. Währende das Preisbarometer tatsächlich von 327,7 Punkten im Januar auf 310,4 im Dezember gefallen ist, wäre der Index ohne die Euro-Abwertung auf 281,3 Zähler gefallen; ein Minus von 14,2 Prozent gegenüber dem Januar-Wert. Die Wechselkursveränderung machte also fast zwei Drittel des Preisrückgangs auf den Weltmärkten zunichte und verhinderte eine weitere Entlastung der deutschen Industrie.

Durch den Rückgang der Metallnotierungen im Vorjahr liegt das Preisniveau derzeit wieder knapp über dem Level von Anfang 2007 und um fast ein Drittel unter dem Rekordniveau von Anfang 2011, als der IMP-Index Werte von fast 450 Punkten erreichte. Umgekehrt würde schon ein Preisanstieg um rund 10 Prozent die Metalle wieder auf das Niveau des Boomjahres 2008 bringen, das damals als außerordentlich belastend wahrgenommen worden war. Die Risiken einer solchen Erholung der Metallpreise sind nicht zu unterschätzen. Ein Ende der Eisenerz-Baisse oder eine weitere Schwäche des Euro würden dafür ausreichen.

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