Ohne Markt wird’s teuer Image
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Mehr als ein halbes Jahrhundert gab es am Strommarkt praktisch keine privaten Unternehmen, keinen Wettbewerb und keine Möglichkeiten für Kunden, den Anbieter zu wechseln. Stattdessen gab es Staatsunternehmen, Monopole und Versorgungsgebiete. Um aber Stromabnehmer von den Vorteilen eines wettbewerblichen Strommarkts profitieren zu lassen wurde Ende der Neunziger der Strommarkt liberalisiert und privatisiert. Die Kunden profitierten. Obwohl Öl, Gas und Kohle aber auch Kraftwerksbauten immer teurer geworden sind, entwickelte sich der Strompreis für Privatkunden analog zur Inflationsrate, für Industriekunden sank er sogar. Erst durch Eingriffe des Staates, insbesondere durch Stromsteuer und das Erneuerbare-Energien-Gesetz stiegen die Stromkosten deutlich an. Immer mehr staatliche Interventionen, immer weniger Wettbewerb, immer mehr Subventionen und immer weniger freie Preisbildung passen nicht zu einem funktionierenden Markt.

Strom nach dem EEG wird unabhängig von den üblichen Marktmechanismen eingespeist. Die Vergütung richtet sich nicht nach dem Marktpreis, sondern nach dem Gesetz. Egal wie teuer der EEG-Strom ist: Er muss abgenommen werden. Anreize kostengünstiger EEG-Strom zu produzieren gibt es so gut wie keine. Darüber hinaus erhalten ineffiziente Technologien, wie Photovoltaik, höhere Förderungen als effizientere, wie Windenergie. Für den EEG-Strom müssen die Verbraucher allein im Jahr 2011 schätzungsweise 16,7 Milliarden Euro bezahlen, obwohl der Strom nur 4,3 Milliarden wert ist. Seit dem Jahr 2000 flossen zusammen fast 50,4 Milliarden Euro Subventionen.

Doch gibt es Alternativen? Die Energiewende ist gesellschaftlich wie auch politisch gewollt. Fest steht, dass es damit in den nächsten Jahren zu steigenden Preisen kommt. Die Herausforderung ist es, die Energiewende mit den möglichst geringen Kosten zu bewältigen. Dazu ist das jetzige System das falsche. Besser wäre ein europaweites Quotensystem für erneuerbare Energien, nach dem jeder Anbieter verpflichtet wird einen bestimmten Anteil seines Stroms aus Erneuerbaren zu produzieren. So haben die Produzenten Anreize möglichst effizient und kostengünstig zu produzieren. Aber so oder so: Die Energiewende wird teuer. Um sie bezahlbar zu gestalten, muss die Kraft des Wettbewerbs an Märkten genutzt werden.

Der Beitrag im ÖkonomenBlog

EEG-Reform
IW-Nachricht, 8. Juli 2016

EEG-Reform Ein bisschen mehr MarktArrow

Der Bundestag hat die Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) verabschiedet. Ab 2017 wird nicht mehr jedes Windrad und jede Solaranlage gefördert. Stattdessen müssen sich die Betreiber auf die Förderung bewerben. Das hat Vorteile, geht jedoch nicht weit genug. mehr

EEG-Reform
IW-Nachricht, 27. Mai 2016

EEG-Reform Ausbautempo bleibt zu hochArrow

Mal wieder wird in Berlin um die Verteilung der Fördergelder für erneuerbare Energien gestritten. Die Bundesregierung will die Förderung grundlegend ändern. Kritiker rufen bereits das Ende der Energiewende aus. Tatsächlich werden die Ausbauziele auch mit der geplanten Gesetzesänderung überschritten – auf Kosten der Verbraucher. mehr

Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)
IW-Kurzbericht, 27. Mai 2016

Esther Chrischilles Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – Ausbautempo bleibt hochArrow

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