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Vor einem Jahr erschütterten Terroranschläge Tunesien. Die deutschen Urlauber bleiben bis heute fern. Foto: &#169 Samir Hanusa/iStock

Unsicherheit und Angst gehören zu den prägenden Emotionen des Jahres 2016. Und es ist nicht die "German Angst", also eine in Deutschland zu verortende Verzagtheit, sondern ein internationales oder globales Phänomen. Diese Unsicherheit und Angst drohen unserem Wohlstand langfristig zu schaden.

Wie sehr Angst die Basis des Wohlstands erodieren lässt, soll an drei Beispielen gezeigt werden:

Europa: Unternehmen müssen investieren, wenn sie wirtschaftlich erfolgreich sein wollen. Unsicherheit und Angst um die weitere politische Entwicklung sind ein entscheidendes Hemmnis für Investitionen und für Einkommen und Beschäftigung. Schon im April war die Zukunft Europas mit 40 Prozent der wichtigste Risikofaktor für Unternehmen. Mit dem Brexit dürfte dieser Anteil noch einmal gestiegen sein. Angst vor der Zuwanderung war entscheidend für das Brexit-Votum, Angst um Europa schwächt unsere Wachstumschancen.

Tunesien: Vor einem Jahr haben Terroranschläge Tunesien erschüttert. Die Angst der Urlauber ist bis heute nicht überwunden. Der für das Land wirtschaftlich wichtige Tourismus liegt am Boden; die Arbeitslosigkeit ist deutlich angestiegen. Damit haben die Terroristen eines ihrer Ziele erreicht.

USA: Warum sollte in einem wirtschaftlich so starken Land wie den USA die Angst regieren? Passagen der Auftritte Donald Trumps lesen sich jedoch genau so. Angst vor Zuwanderung, Angst vor Wettbewerb, Angst vor internationalem Handel. Freihandelsabkommen und sogar die Mitgliedschaft in der WTO werden infrage gestellt. Die Angst vor der Globalisierung führt am Ende nicht zu mehr Jobs, sondern zu weniger Wohlstand.

Natürlich ist Angst nicht immer falsch, und die Ursachen der Unsicherheit sind nicht von der Hand zu weisen. Niemand weiß, wie es mit dem Brexit in der EU weitergeht. Niemand will sich im Urlaub um seine persönliche Sicherheit sorgen müssen. Und globaler Wettbewerb birgt nicht nur Wohlstandschancen, sondern gefährdet auch den Status derjenigen, die sich nicht (mehr) gut an veränderte Umstände anpassen können.

Aber wir dürfen nicht zulassen, dass eine Atmosphäre der Angst prägend für unser Leben wird. Wirtschaftliche Entscheidungen müssen mit Risiken und Unsicherheiten umgehen. Nicht zu investieren aus Sorge ist auch keine Lösung. Die Angst vor Anschlägen darf uns unsere Freiheit nicht rauben. Politisch Verantwortliche müssen Sorgen aufnehmen, nicht aber Ängste schüren. Unsere Weltoffenheit darf weder durch Ängste und Sorgen noch durch Abschottung und Isolation zerstört werden. Den Weg zurück aus der globalisierten Welt gibt es nicht. Wenn wir den Wohlstand sichern wollen, müssen wir uns aus der Atmosphäre der Angst befreien.

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29. September 2016

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RHI-Publikation, 21. September 2016

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Die Generation Y – gibt es die wirklich? Ein Historiker und zwei Ökonomen gehen dem populären Mythos über die Jugend von heute nach und zeigen, worin und warum diese sich von ihren Eltern unterscheidet. mehr