Niedriglohnsektor: Besser als sein Ruf Image
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Niedriglöhne haben einen schlechten Ruf: Ihnen wird vorgeworfen sie würden andere Beschäftigungsverhältnisse gefährden und soziale Probleme der Arbeitnehmer verstärken. Allerdings ging in der Boom-Zeit des Niedriglohnsektors -zwischen 1997 und 2007- der Anteil der Erwerbslosen mindestens in dem Maße zurück, wie der Anteil der Geringverdiener stieg. Der Niedriglohnsektor ist somit nicht auf Kosten normal bezahlter Arbeitsplätze gewachsen – viel mehr blieb der Anteil der Beschäftigten mit höheren Löhnen konstant. Für Arbeitslose oder Geringqualifizierte bietet dieser Sektor die Chance auf Arbeit und soziale Teilhabe. Ein Großteil der im Niedriglohnsektor Beschäftigten findet sich in den Bereichen Einzelhandel und Gastronomie. Gerade dort ist die Chance für Geringqualifizierte einen Job zu finden, besonders gut.

Ebenso können Niedriglohnjobs helfen, den Sprung aus der Armut zu schaffen. Die Mehrheit der ehemals armutsgefährdeten Personen konnte ihre Situation mit der Aufnahme eines solchen Jobs verbessern. Auch andersherum gilt: Die meisten Menschen, die vor ihrem Eintritt in den Niedriglohnsektor nicht arm waren, werden das auch später mit dem Job nicht. Die Alternative zu einer geringbezahlten Stelleist oftmals nur die Arbeitslosigkeit – und dort droht ein viel höheres Armutsrisiko.

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Minijobs im Alter
IW-Nachricht, 30. August 2016

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In Deutschland haben rund 900.000 Rentner einen Minijob. Was einige Politiker vorschnell als Signal für eine steigende Altersarmut werten, ist aber eigentlich positiv: Die Entwicklung dürfte eher auf einen gesunden Arbeitsmarkt zurückzuführen sein. mehr

IW-Kurzbericht, 1. August 2016

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Die Schwarzarbeit in Privathaushalten ist in den letzten 10 Jahren um bis zu einem Viertel gesunken. Dies ist insbesondere auf den großen Anstieg der Haushaltshilfen in Minijobs (plus 270 Prozent) zurückzuführen. Dennoch arbeiten weiterhin rund drei Millionen Haushaltshilfen in Deutschland schwarz. mehr

Frauen in Deutschland
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Nicht nur am Equal Pay Day wird thematisiert, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich ein Fünftel weniger verdienen als Männer. Die Gründe für diesen Unterschied sind vielfältig. Zum einen arbeiten Frauen viel häufiger als Männer in Teilzeit, weil sie sich eben immer noch mehr um den Nachwuchs kümmern als die Herren der Schöpfung. Das macht sich dann auch bei den Aufstiegschancen bemerkbar. Zum anderen sind Frauen öfter in Berufen und Branchen tätig, in denen weniger bezahlt wird als etwa in der Metall- und Elektro-Industrie. mehr auf iwd.de