Das aktuelle EFI-Gutachten macht zu recht deutlich, dass künftige Arbeitskräfteengpässe bei Ingenieuren und Informatikern die Innovationskraft schwächen und damit das Wachstum gefährden. Wie bereits der INSM-Innovationsmonitor betont hatte, sieht auch der EFI-Bericht vor allem die Aktivierung von Frauen und Bildungsaufsteigern sowie eine Stärkung der Zuwanderung hier als wichtige Handlungsempfehlungen an die Politik. Im Unterschied zum EFI-Gutachten betont der INSM-Innovationsmonitor aber auch die Bedeutung der beruflichen Bildung.

Entscheidend für den gesamtwirtschaftlichen Fortschritt und die Zukunftssicherung eines Wirtschaftsraumes ist die Tiefe und Breite, mit der Innovationen hervorgebracht werden. Für die wirtschaftliche Dynamik einer Volkswirtschaft sind verschiedene Innovationstypen entscheidend: Zum einen die Gruppe der Technologievorreiter, beispielsweise junge Innovatoren aus der Spitzentechnologie, zum anderen aber auch die Gruppe der Innovatoren ohne eigene Forschungs- und Entwicklungstätigkeit. Die Innovationsmuster reichen von „Science, Technology and Innovation“ bis zu „Doing, Using and Interacting“. Der EFI-Bericht betont mit Bezug zu den Spitzen- und Hochtechnologieunternehmen die besondere Bedeutung von MINT-Akademikern. Die in diesen Bereichen steigenden Engpässe gefährden Innovation und Wachstum in Deutschland. Daneben – und dies zeigt die Unternehmensbefragung des INSM-Innovationsmonitors – sind zusätzlich breite berufliche Qualifikationen für den Innovationserfolg von hoher Bedeutung, insbesondere bei den inkrementellen Innovationen. Der Innovationsmonitor betont hingegen, dass eine erfolgreiche Innovationspolitik bereits bei der Bekämpfung von Bildungsarmut und Sicherung der Ausbildungsreife beginnt.

Ansprechpartner

1. Dezember 2016

MINT-Arbeitsmarkt Auf Zuwanderer angewiesenArrow

In Deutschland ist Personal in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) seit Jahren knapp. Ohne die ausländischen Beschäftigten wäre die Fachkräftelücke sogar noch größer. Zur Verbesserung der Lage braucht es eine gezielte Zuwanderungspolitik. mehr auf iwd.de

Die MINT-Lücke wäre noch deutlich größer, wenn wir nicht die starke Zuwanderung in den letzten Jahren gehabt hätten.
Interview, 1. Dezember 2016

Axel Plünnecke im Deutschlandfunk "Der Osten droht dauerhaft abgehängt zu werden"Arrow

In Deutschland fehlen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaft so viele Arbeitskräfte wie nie zuvor. Besonders der Osten sei betroffen, sagte Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Deutschlandfunk. Dort gebe es weniger Zuwanderung. Die helfe aber "sehr stark, die Fachkräftesicherung und die Innovationskraft zu erhalten". mehr

MINT-Herbstreport 2016
Gutachten, 30. November 2016

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Herbstreport 2016 – Bedeutung und Chancen der ZuwanderungArrow

MINT-Kräfte haben eine zentrale Bedeutung für die Innovationskraft in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist es eine gute Nachricht, dass die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern von 2011 bis 2014 um rund 84.000 pro Jahr gestiegen ist. In vielen Regionen Deutschlands leisten Zuwanderer einen Beitrag gegen Fachkräfteengpässe. mehr