Gesellschaftliches Engagement – Pflicht oder Kür? Image
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Diejenigen Unternehmen, die besonders hohe Gewinne erzielen, haben letztlich die ihnen zugewiesene Aufgabe innerhalb unserer marktwirtschaftlichen Ordnung besonders gut erfüllt. Außerdem sind Gewinne die Basis für weiter gehendes, gesellschaftliches Engagement der Unternehmen. Gewinne sind somit die Pflicht, gesellschaftliches Engagement die Kür. Doch ohne eine gute Kür gewinnen z. B. Eiskunstläufer keinen Wettbewerb, und dies gilt in ähnlicher Weise auch für Unternehmen.

Es gibt eine einfache Formel, die zusammenfasst, welche Ziele Unternehmen verfolgen. Sie lautet: „PPP“. Die wenigsten Unternehmen meinen damit Profit, Profit, Profit. Mehr als 95 Prozent der Unternehmen haben ein breiteres Zielspektrum: Sie engagieren sich zusätzlich durch Spenden, ehrenamtliches Engagement oder soziale Projekte. Allein die inhabergeführten Unternehmen investieren in diesen Bereichen pro Jahr rund 10 Mrd. Euro. Vielfach setzen sie auf langfristige und nachhaltige Gewinnmaximierung und damit auf „PPP“ im Sinne von Profit, Planet und People. Diese Unternehmen betrachten also neben den wirtschaftlichen auch die sozialen und ökologischen Auswirkungen unternehmerischen Handelns und beziehen diese in ihre Unternehmensstrategie mit ein.

Voraussetzung dafür, dass Unternehmen eine „PPP-Strategie“ im Sinne von Profit, Planet und People verfolgen können, ist, dass der Staat einen Ordnungsrahmen schafft, in dem über den Ausgleich von Angebot und Nachfrage – über den Markt – Güter, Arbeitskraft und Dienstleistungen effizient verteilt werden können. Dazu müssen Unternehmen in einem fairen Wettbewerb stehen. Gleichzeitig muss Raum bleiben für freiwilliges Engagement der Unternehmen.

Um wertbezogene, ethische Rahmenbedingungen herstellen zu können, teilen sich Unternehmen, Staat und Individuen bestimmte Aufgaben. So müssen etwa auf staatlicher (Ordnungsethik) und unternehmerischer (Unternehmensethik) Ebene allgemeingültige Regeln festgelegt werden, um den Einzelnen (Individualethik) in moralischen Konfliktsituationen nicht zu überfordern.

Auf der Unternehmensebene sind sich viele Betriebe mittlerweile über die Folgekosten bewusst, die eine Vernachlässigung von moralischen Aspekten mit sich bringt. Deshalb bauen viele Unternehmen ein Wertemanagement auf oder implementieren Ethikkodizes, denn gesellschaftliche Verantwortung beginnt bereits bei der Unternehmensführung. Längerfristige Gewinnmaximierung und gesellschaftliches Engagement sind dabei auch für die Unternehmen besser als kurzfristiges Quartalsdenken. Das zeigt ein Vergleich der Wertentwicklung von 120 mittelständischen Unternehmen (GEX-Index), die in Familienhand (mehr als 25 Prozent) sind, mit den deutschen DAX-30-Unternehmen: Von 2004 bis 2009 erhöhte sich der Wert der DAX-30-Unternehmen um rund 30 Prozent, während die Familienunternehmen mit einem Plus von 60 Prozent doppelt so gut abschnitten. Offensichtlich zahlen sich eine engere Verzahnung von Kompetenz und Haftung und tendenziell längerfristige, nachhaltigere Perspektiven der Unternehmensführung aus.

Die deutschen Unternehmen engagieren sich stark. Doch insbesondere in der Kommunikation über ihr gesellschaftliches Engagement besteht Nachholbedarf – etwa im Vergleich zu den USA oder Großbritannien. Nach Angaben des World Economic Forum (2009) kommen aus Deutschland, der führenden Warenexportnation, nur 6 Prozent der Großunternehmen, die weltweit als besonders engagiert gelten. Es fehlt den deutschen Unternehmen jedoch nicht an Engagement, sondern vielmehr an der Bereitschaft, dies zu kommunizieren. Dazu zählt auch das beispiellose Engagement der deutschen Unternehmen im dualen Ausbildungssystem. Dieses wird bei der Analyse des Engagements der Unternehmen in Deutschland fast immer ausgeblendet, da es dies in anderen Ländern so nicht gibt. Dabei liefert das duale System einen wesentlichen Beitrag der deutschen Unternehmen zur Stabilisierung der Gesellschaft.

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