18. Juni 2015

Beschäftigung im internationalen Vergleich

Ein kleines Beschäftigungswunder

Seit Jahren werden in Deutschland neue Arbeitsplätze geschaffen. Im Jahr 2014 gab es erstmals über 30 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

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Quelle: industrieblick Fotolia

Wie gut die deutsche Volkswirtschaft funktioniert, zeigt die Entwicklung der Beschäftigung seit der Finanzkrise im Jahr 2008 geradezu beispielhaft. Sogar im Jahr 2009, als das deutsche Bruttoinlandsprodukt mit minus 5,1 Prozent so stark zurückging wie nie zuvor nach dem Zweiten Weltkrieg, gab es einen leichten Beschäftigungsaufbau. Denn die deutschen Unternehmen blieben trotz der Finanzkrise zuversichtlich. Statt Leute zu entlassen, haben sie ihre Belegschaften gehalten oder – wie auch in den Folgejahren – sogar aufgestockt. Im Jahr 2014 hatte Deutschland erstmals in seiner Geschichte mehr als 30 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

In den meisten anderen Ländern lief es umgekehrt. Sie mussten 2009 einen teils sehr starken Beschäftigungsrückgang hinnehmen. In Spanien zum Beispiel waren es über 6 Prozent, in den USA fast 4 Prozent. Und viele Länder kämpfen noch heute darum, endlich wieder positive Zahlen zu erreichen.

Neue Jobs selbst in der Krise

Jahresdurchschnittliche Veränderung der Beschäftigung in Prozent

Quellen: Eurostat und – für die USA und Japan – OECD

Ein Ziel der Hartz-Reformen und der Agenda 2010 war es, mehr Menschen „in Beschäftigung zu bringen“, wie es Politiker und Ökonomen gerne ausdrücken. Das ist gelungen: Vor den Arbeitsmarktreformen Mitte der 2000er Jahre lag die Erwerbsquote der 20- bis 65-jährigen Bundesbürger immer unter der Marke von 70 Prozent. Seit 2006 liegt die Quote nicht nur stets darüber, sondern mit aktuell gut 77 Prozent auch höher als in den meisten anderen Ländern.

Beschäftigung wächst gegen den Trend

20- bis 65-jährige Erwerbstätige in Prozent der gleichaltrigen Bevölkerung

Quellen: Eurostat und – für die USA und Japan – OECD