3. Mai 2010

Entwicklung und Struktur des Gesamtvermögens

Das Gesamtvermögen der privaten Haushalte belief sich Ende 2007 nach Abzug der Verbindlichkeiten auf 9,5 Billionen Euro. Auf jeden Bundesbürger entfallen damit rechnerisch über 113.000 Euro. Dabei ist das Vermögen noch deutlich schneller gestiegen als das Einkommen. Auch im vereinten Deutschland ist es je Kopf preisbereinigt um fast 43 Prozent gewachsen, während das Einkommen in dieser Zeit nur um 8 Prozent zulegte. Der größte Teil des Vermögens entfällt auf Immobilien und Geldvermögen. Das Gebrauchsvermögen – beispielsweise Autos und Möbel – macht dagegen nur 10 Prozent aus.

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Sachwerte, Wohnungen und Geldvermögen summierten sich zum Jahresende 2007 auf 9.532 Milliarden Euro – die Verbindlichkeiten schon abgerechnet. Zwar ging das Geldvermögen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 um 140 Milliarden Euro zurück; da sich die Aktienkurse aber inzwischen wieder teilweise erholt haben und die Immobilienpreise hierzulande nicht eingebrochen sind, dürfte die 10-Billionen-Euro-Grenze bald durchbrochen werden. Je Einwohner gerechnet belief sich das Vermögen Ende 2007 auf über 113.000 Euro.

Müssten die Bundesbürger ihr Vermögen aufzehren, würde es das verfügbare Einkommen über mehr als sechs Jahre ersetzen können. Im Jahr 1991 hätte es erst für eine Einkommenspause von 4,8 Jahren gereicht.

Der starke Vermögenszuwachs ist bei allen Vermögensarten zu beobachten. So hat der Geldwert des Gebrauchsvermögens je Einwohner zwischen 1991 und 2007 real um 6,5 Prozent zugelegt. Und wer sein Wohnungsvermögen veräußert, kann mit dem Erlös heute 39 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen erstehen als zu Beginn der 1990er-Jahre. Das Bruttogeldvermögen hat je Einwohner in den ersten 16 Jahren nach der deutschen Einheit real um über zwei Drittel auf jetzt insgesamt 4,4 Billionen Euro zugenommen.

Entfielen 1991 noch knapp 35 Prozent des gesamten Bruttovermögens auf Bares, Spareinlagen, Aktien und Co., sind es jetzt 41 Prozent. Damit ist die Bedeutung des Geldvermögens heute fast so groß wie die des Immobilienbesitzes (45,5 Prozent).

Die deutschen Haushalte leben jetzt geringfügig weniger stark auf Pump als zu Beginn der 1990er-Jahre. Denn der Anteil der Verbindlichkeiten ging von knapp 15 Prozent des Bruttovermögens auf 14 Prozent zurück.