3. Mai 2010

Einkommensquellen

Das Einkommen hat sich nicht nur deutlich erhöht, es sprudelt auch aus anderen Quellen als früher. Nach wie vor den Löwenanteil steuern die Verdienste aus abhängiger Beschäftigung bei. Sie haben allerdings zwischen 1963 und 2003 leicht an Bedeutung verloren und machen jetzt statt 55 Prozent nur noch 52 Prozent der Bruttoeinkommen aus. Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit, die sich 1963 auf mehr als ein Fünftel der Einkommen beliefen, schrumpften auf einen Anteil von 6 Prozent. Spiegelbildlich dazu legten die Einkunftsarten, die nicht unmittelbar an eine Erwerbstätigkeit geknüpft sind – die Transfers und das Vermögenseinkommen – deutlich an Gewicht zu.

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Ein Job ist nach wie vor Einkommensquelle Nummer eins. Allerdings nimmt die Bedeutung der Arbeitseinkommen ab: Machten die Verdienste von Arbeitern, Angestellten und Beamten 1963 – trotz der zahlreichen selbstständigen Landwirte – noch über 55 Prozent des Haushaltsbruttoeinkommens aus, waren es 40 Jahre später nur gut 52 Prozent. Deutlich stärker ging die Bedeutung des Einkommens aus Unternehmertätigkeit zurück. Aus dieser Quelle stammten 1963 über 22 Prozent des Bruttoeinkommens, 40 Jahre später waren es lediglich 6 Prozent. Eine Teilerklärung hierfür liefert der rückläufige Anteil der Selbstständigen, der sich zwischen 1963 und 2003 von über 20 Prozent auf 10,5 Prozent halbiert hat. Möglicherweise spielen aber auch Erfassungsprobleme eine Rolle, denn es ist schwierig, bei Selbstständigen Privat- und Unternehmenseinkommen auseinanderzurechnen.

Deutlich zugenommen hat dagegen die Bedeutung des Einkommens aus Vermögen. Hierauf entfiel im Jahr 2003 über 11 Prozent des verfügbaren Einkommens nach knapp 5 Prozent im Jahr 1963. Dies ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass die Haushalte heute mehr Geld auf der hohen Kante haben als früher, sondern erklärt sich vor allem durch den jetzt deutlich höheren Immobilienbesitz. Denn den Hauptanteil des Vermögenseinkommens macht der (fiktive) Mietwert der eigenen vier Wände aus. Dessen Bedeutungszunahme erklärt sich durch die bis Mitte der 1990er-Jahre steigenden Immobilienpreise, den höheren Wohnkomfort und die gestiegene Eigentumsquote.

An Bedeutung zugelegt haben ebenfalls – auch ohne Sachleistungen – die öffentlichen Transfers. Dies liegt nicht allein am demografischen Wandel, denn der Einkommensanteil der Renten und Pensionen war zwar zuletzt höher als 40 Jahre zuvor, erreichte aber bereits Ende der 1970er-Jahre sein bisheriges Rekordniveau. Kontinuierlich zugenommen hat dagegen die Bedeutung der sonstigen staatlichen Geldleistungen wie Wohn- und Kindergeld, Arbeitslosengeld und Sozialhilfe, die heute – auch relativ betrachtet – wesentlich kräftiger sprudeln als vor 40 Jahren. Der Einkommensanteil dieser Transfers erhöhte sich zwischen 1963 und 2003 von 4 auf knapp 10 Prozent.