18. Juni 2015

Arbeitslosigkeit

Erfolgreicher Kampf gegen die Arbeitslosigkeit

Die jahrelange Wirtschafts- und Finanzkrise treibt die Zahl der Arbeitslosen in fast allen Euro-Ländern nach oben – eine Ausnahme ist Deutschland.

Robuster deutscher Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquoten 2014 (oder aktuellstes verfügbares Jahr) in Prozent (Berühren Sie die Länder und die Farbskala, um mehr zu erfahren)

Dass Arbeitslosigkeit kein Schicksal ist, sondern von der (Wirtschafts-)Politik sehr wohl beeinflusst werden kann, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in Spanien, Frankreich und Deutschland, also auf drei Volkswirtschaften, die durchaus miteinander zu vergleichen sind.

Mitte der 2000er Jahre hatte Deutschland Arbeitslosenquoten von 10 bis 11 Prozent – im Januar 2005 stieg die Zahl der Arbeitslosen sogar erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg auf mehr als 5 Millionen. Spanien und Frankreich erging es damals zwar nicht viel besser, beide Länder blieben aber mit Arbeitslosenquoten von knapp 8 bis 9 Prozent unter den deutschen Werten.

Noch interessanter ist allerdings, was sich seitdem getan hat. Nach international üblicher Abgrenzung – die anders ist als die der Bundesagentur für Arbeit – betrug die deutsche Arbeitslosenquote 2014 nur noch 5 Prozent. In Frankreich dagegen ist die Quote seit 2005 auf mehr als 10 Prozent gestiegen, und in Spanien ist sie sogar auf fast 25 Prozent geklettert.

So unterschiedlich die Quoten, so verschieden sind auch die Gründe dafür: Deutschland hat seinen Arbeitsmarkt ab 2005 mit den – teils sehr umstrittenen – Hartz-Reformen und der Agenda 2010 gründlich überholt, und die Beschäftigten haben über viele Jahre hinweg mit geringen Lohnsteigerungen auskommen müssen. Der Arbeitsmarkt in Frankreich dagegen leidet laut einer Studie des französischen Sachverständigenrats nach wie vor unter hohen Lohnsteigerungen. So ist zum Beispiel der staatliche Mindestlohn an die Inflation gekoppelt. In Spanien wiederum sind – neben den Auswirkungen der Finanzkrise – strukturelle Probleme für die hohen Arbeitslosenzahlen verantwortlich. Vor allem das spanische Bildungssystem gilt als wenig effizient. Weil die Qualifikationen der Absolventen nicht zu den Anforderungen der Arbeitsplätze passen, trifft es vor allem junge Leute: Über die Hälfte der 15- bis 24jährigen Spanier, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, ist derzeit ohne Job – in Deutschland sind es gerade einmal 7 Prozent.

Vollbeschäftigung im Süden

Arbeitslosenquote 2014 in Prozent (Klicken Sie auf die Regionen, um mehr zu erfahren)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit