18. Juni 2015

Bruttoinlandsprodukt

Wie viel die Deutschen erwirtschaften

Seit der Wiedervereinigung ist das Bruttoinlandsprodukt je Bundesbürger jedes Jahr gestiegen – mit einer Ausnahme.

In den vergangenen 20 Jahren ist das Bruttoinlandsprodukt je Bundesbürger Jahr für Jahr gestiegen – mit einer Ausnahme, dem Jahr 2009, als die Folgen der weltweiten Finanzkrise das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um mehr als 5 Prozent haben einbrechen lassen.

Stetig berauf

Deutsches Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Euro

Quelle: Statistisches Bundesamt

Im internationalen Vergleich liegen die Deutschen mit einem Pro-Kopf-BIP von umgerechnet rund 47.200 Dollar auf dem 12. Platz der Weltrangliste und spielen in einer Liga mit Ländern wie Frankreich, Belgien den Niederlanden oder auch den USA.

Dass die drei Spitzenreiter Luxemburg, Norwegen und die Schweiz das Zwei- bis Zweieinhalbfache des deutschen Werts erreichen, hat jeweils spezifische Gründe:

  • In Luxemburg kommen rund 40 Prozent der Arbeitnehmer aus dem benachbarten Ausland – deren Arbeitsleistung zählt aber zum luxemburgischen BIP. Zudem hat das Großherzogtum zwar nur rund 540.000 Einwohner, also so viele wie Dortmund oder Düsseldorf, beheimatet aber mit rund 150 Banken und mehr als 3.500 Investmentfonds eine außergewöhnlich große und umsatzstarke Finanzbranche.
  • Norwegens Stärke beruht auf seiner Öl- und Gaswirtschaft. Nachdem Anfang der 1970er Jahre die riesigen Vorkommen in der Nordsee erschlossen wurden, hat sich Norwegen von einem der ärmeren westeuropäischen Staaten zu einem der größten Öl- und Gasexporteure der Welt entwickelt.
  • In der Schweiz besteht das Erfolgsrezept zum einen in dem relativ großen Industriesektor, der sich auf Pharma, Uhren und Luxusgüter spezialisiert hat; zum anderen hat das Land einen ausgeprägten Bankensektor und profitiert zudem von der Zuwanderung hochqualifizierter Fachkräfte.

Reiche Skandinavier

Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Dollar (Berühren Sie die Länder und die Farbskala, um mehr zu erfahren)

Quelle: Internationaler Währungsfonds