3. Mai 2010

Einkommensarmut – die Hauptbetroffenen

Armut trifft hierzulande vor allem Alleinerziehende und Personen mit Migrationshintergrund, weil sie keinen Job haben oder zu wenig verdienen. Kinder haben per se kein erhöhtes Armutsrisiko zu tragen. Wenn die Eltern aber keine Arbeit haben, geht es dem Nachwuchs ebenfalls schlecht. Nicht die Kinder selbst sind somit ein Armutstreiber, sondern der fehlende Job. So gehören 45 Prozent der Kinder, deren Eltern gar nicht oder nur im geringen Umfang erwerbstätig sind, zur ärmeren Bevölkerung. Sind die Eltern dagegen zumindest annähernd vollzeiterwerbstätig, fallen weniger als 3 Prozent der Kinder in die Kategorie der Armen.

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Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern in der Europäischen Union hängt Armut hierzulande nur wenig vom Alter ab: Senioren und Kinder tragen nur ein durchschnittlich hohes Armutsrisiko. Lediglich junge Erwachsene haben wenig Geld zum Leben, darunter viele Studenten. In der Europäischen Union sind dagegen sowohl Alt als auch Jung wesentlich häufiger einkommensarm als Personen im erwerbsfähigen Alter.

Ein näherer Blick auf die Einkommensarmut in Deutschland zeigt, dass Familien mit ein oder zwei Kindern selten am Hungertuch nagen, während kinderreiche Haushalte und vor allem Alleinerziehende finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. Allerdings geht es kinderreichen Familien ohne Migrationshintergrund überdurchschnittlich gut.

Damit kristallisieren sich als Hauptproblemgruppen die Alleinerziehenden und die Bevölkerung mit ausländischen Wurzeln heraus. Dies hat nicht zuletzt mit der mangelnden Erwerbsbeteiligung dieser beiden Gruppen zu tun. Denn nur bei 58 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund war die Erwerbstätigkeit im Jahr 2007 die Haupteinkommensquelle, während immerhin 15 Prozent als wichtigste Einkunftsart ALG I oder II angaben. Die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund lebt dagegen zu 70 Prozent hauptsächlich von ihrer Hände Arbeit und ist nur zu 7 Prozent überwiegend auf Arbeitslosengeld angewiesen. Von den Alleinerziehenden arbeiten in Ostdeutschland nur 34 und in Westdeutschland sogar nur 28 Prozent Vollzeit; 43 Prozent der ostdeutschen und 35 Prozent der westdeutschen Alleinerziehenden sind dagegen überhaupt nicht erwerbstätig.

Nicht die Kinder selbst sind somit ein Armutstreiber, sondern der fehlende Job. So gehören 45 Prozent der Kinder, deren Eltern gar nicht oder nur im geringen Umfang erwerbstätig sind, zur ärmeren Bevölkerung. Sind die Eltern dagegen zumindest annähernd vollzeiterwerbstätig, fallen weniger als 3 Prozent der Kinder in die Kategorie der Armen.

Nicht nur bei Familien gilt – hast Du einen Job, geht es dir finanziell einigermaßen gut. Kaum jemand mit Vollzeitstelle ist hierzulande arm. Selbst Ausländer müssen in diesem Fall das Sozialamt eher selten in Anspruch nehmen.

Da die Chancen, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, mit höherer Qualifikation steigen, und mit Meisterbrief oder Diplom auch gut dotierte Stellen eher erreichbar sind, ist Armut auch stark vom Bildungsniveau abhängig.

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