7. Januar 2010

Qualitätssiegel

Qualitätssiegel sind ein wichtiges Instrument, um einen bestimmten betrieblichen personalpolitischen Standard nach innen und außen zu dokumentieren. Unternehmen nutzen sie inzwischen verstärkt als Instrumente des Employer Brandings: Ein Arbeitgeber empfiehlt sich hiermit als Marke, um im Wettbewerb um Arbeitskräfte die Nase vorn zu haben. In Deutschland gibt es zwei Zertifikate, die Unternehmen für ihre Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit bzw. für ihre familienbewusste Personalpolitik auszeichnen.

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TOTAL E-QUALITY Deutschland e. V. ist eine Initiative der Wirtschaft, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt wird. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Chancengleichheit in Unternehmen der Privatwirtschaft, aber auch in Organisationen des öffentlichen Dienstes zu fördern. Wer auf diesem Gebiet Vorbildliches leistet, wird ausgezeichnet. Die Organisationen müssen vorab darlegen, welche Leitlinien und konkreten Maßnahmen sie zur Förderung der Chancengleichheit und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf praktizieren, zum Beispiel Personalentwicklung für Frauen, Stellenbesetzung, flexible Arbeitszeiten, Telearbeit, betriebliche Kinderbetreuung, aktive Elternzeit.

Bislang sind 160 Institutionen aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft – Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen – ausgezeichnet worden, manche bereits zum fünften Mal. Seit 1996 gab es insgesamt 16 Zertifikatsverleihungen mit 299 Prämierungen. Die Bundesregierung und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft empfehlen TOTAL E-QUALITY seit 2001, die Sozialpartner der Chemie haben sich 2002 der Empfehlung angeschlossen. Das Kuratorium des Vereins besteht aus hochrangigen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung, die als Multiplikatoren die Chancengleichheit fördern.

Audit „Beruf und Familie“: Auf der Basis des in den USA entwickelten „Family Friendly Index“ hat die gemeinnützige Hertie-Stiftung das Audit „Beruf und Familie“ entwickelt, mit dem acht Bereiche in Unternehmen und Behörden im Hinblick auf Familienfreundlichkeit überprüft werden: Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Arbeitsort, Informations- und Kommunikationspolitik, Führungskompetenz, Personalentwicklung, Entgeltbestandteile und geldwerte Leistungen, Service für Familien. Die berufundfamilie gGmbH wurde 1998 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gegründet. Im Juni 2009 fand die 11. Prädikatsverleihung statt.

Inzwischen wurden 764 Unternehmen und Organisationen ausgezeichnet, darunter auch zahlreiche öffentliche Arbeitgeber und Hochschulen. Bereits seit 2004 fördert das Bundesfamilienministerium die Arbeit der berufundfamilie gGmbH mit jährlich 400.000 bis 600.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

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