7. Januar 2010

Die Einkommenssituation von Familien

Kinder kosten ihre Eltern viel Geld. Sie müssen ernährt, gekleidet und ausgebildet werden; auch ihr Zimmer oder die Fahrt in die Ferien schlagen in der Familienkasse ordentlich zu Buche. Mütter und Väter können wegen fehlender Kinderbetreuung häufig nur eingeschränkt arbeiten. Trotzt vieler staatlicher Zuschüsse wie dem Kindergeld verfügen Familien somit häufig über ein geringeres Pro-Kopf-Einkommen als kinderlose Haushalte.

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Oft rutschen Familien sogar in Armut ab. Dies belegen Daten von Eurostat. Danach gelten Menschen als armutsgefährdet, wenn sie inklusive sozialer Transferleistungen weniger als 60 Prozent des „Nettoäquivalenzeinkommens“ zur Verfügung haben. Dieser Vergleichsmaßstab berücksichtigt, dass eine vierköpfige Familie pro Person weniger Mittel benötigt als eine zweiköpfige Familie – denn die Anschaffung einer Waschmaschine wird in diesem Fall auf vier statt auf zwei Köpfe verteilt. Dadurch lassen sich Haushaltseinkommen unabhängig von Haushaltsgröße und Zusammensetzung vergleichen.

Demnach sind Haushalte besonders armutsgefährdet, in denen ein allein erziehender Elternteil – in der Regel sind es Frauen – mit Kind(ern) lebt. Ein Grund ist die geringere Erwerbstätigkeit von Alleinerziehenden, da Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Arbeitszeiten häufig nicht in Einklang miteinander gebracht werden können. Zudem führen die hohen Kosten einer privaten Kinderbetreuung beispielsweise durch eine Tagesmutter dazu, dass eine Erwerbstätigkeit oft nicht lohnend erscheint – zumal dann auch staatliche Leistungen wie Hartz IV entfallen. Haushalte, die aus zwei Erwachsenen und Kindern bestehen, sind deutlich weniger armutsgefährdet.

Eine erfolgreiche Familienpolitik, die Familien auch vor Armut schützt, zeichnet sich durch einen Mix aus Transferzahlungen und der Bereitstellung von Infrastruktur aus, die Familien hilft, ihre finanzielle Grundlage selbst zu erwirtschaften.

Eine wichtige Transferleistung für Familien ist das Kindergeld. In Deutschland ist es eine Mischform aus Freibetrag und Transfer, wobei das Finanzamt prüft, ob sich der Steuerpflichtige besser stellt, wenn er das Kindergeld als Transfer erhält oder den Kinderfreibetrag steuermindernd geltend macht.

Das 2007 eingeführte Elterngeld beträgt 67 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns, der 12 Monate vor der Geburt erzielt wurde; maximal erhalten Eltern 1.800 Euro pro Monat. Das Elterngeld wird für einen Zeitraum von 12 Monaten gezahlt. Die Anspruchsdauer verlängert sich um zwei Monate, wenn der zweite Elternteil mindestens zwei Monate Elternzeit beantragt. Während der Elternzeit darf man bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten. Das Elterngeld ersetzt dann die Differenzen zwischen dem Gehalt vor der Geburt und dem Teilzeitgehalt nach der Geburt zu 67 Prozent.

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