7. Januar 2010

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Frauen wollen heutzutage genauso selbstverständlich wie Männer einem Beruf nachgehen – auf Kinder aber nicht unbedingt verzichten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hängt indes von vielen Faktoren ab. Zu den wichtigsten Regelungen zählen die Ausgestaltung des Mutterschutzes und der Elternzeit sowie die Verfügbarkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen.

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Der Mutterschutz dient vorrangig dem Schutz der Gesundheit von Mutter und Kind vor und nach der Geburt. Die Elternzeit ermöglicht es Mutter und Vater, die Betreuung der Kinder in den ersten Jahren selbst zu übernehmen. Außerdem sichert sie dem betreuenden Elternteil gleichzeitig den Wiedereinstieg in den Beruf zu. Die Dauer der Elternzeit und die Höhe des Elterngelds haben damit Einfluss auf die Länge der Erwerbsunterbrechungen.

Die Kleinkinderbetreuung ist in vielen Staaten immer noch ein Problem. Während im Kindergartenalter oft Vollversorgung erreicht wird, sieht es bei den Jüngsten düster aus. Einzelne Lichter im Dunkel gibt es allerdings nicht nur in den skandinavischen Ländern, sondern auch in den USA, Niederlande und Belgien. Nicht erfasst von der Statistik werden die privaten Initiativen. Erhebungen in den USA zeigen zum Beispiel, dass zwei Drittel der erwerbstätigen Mütter ihre Kinder zu Hause oder von Großeltern, Verwandten oder Nichtverwandten betreuen lassen. In der EU gehen ebenfalls viele Mütter arbeiten, obwohl kein Kindergartenplatz vorhanden ist oder dieser nur vier Stunden am Tag abdeckt. Dies lässt nur den Schluss zu, dass auch auf dem alten Kontinent Eigeninitiative existiert. Unberücksichtigt bleiben dabei Qualität und Preis der Kinderbetreuungseinrichtungen.

Obwohl immer mehr Frauen arbeiten gehen, ist Kinderbetreuung und Hausarbeit in allen Ländern weiterhin vornehmlich Frauensache. Selbst wenn beide Elternteile voll erwerbstätig sind, beschäftigen sich die Mütter mehr als doppelt so lange mit den Kindern wie die Väter. Für die restliche Hausarbeit, die als sonstige unbezahlte Arbeit erfasst wird, wenden die Frauen etwa 1,8-mal so viel Zeit auf wie die Männer.

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