3. Mai 2010

Geldvermögen

Das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte hat sich seit der deutschen Einheit in seiner Struktur stark verändert. Verlierer waren hier die Banken. Vor allem ihre und die von ihnen vertriebenen langfristigen Anlagen wie Festgeld, Sparbriefe oder Bundesschatzbriefe haben deutlich an Attraktivität verloren. Dagegen hat sich die Bedeutung von Investmentfonds fast verdreifacht. Deutlich vom geänderten Anlageverhalten profitieren konnten aber auch die Versicherungen, über die ein Großteil der privaten und teilweise auch der betrieblichen Altersvorsorge abgewickelt wird.

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Das Bruttogeldvermögen betrug Ende 2008 trotz erster Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise stattliche 4,4 Billionen Euro – je Einwohner gerechnet sind dies 54.000 Euro. Im Jahr 1960 hatte jeder Westdeutsche, in Preisen von heute gerechnet, lediglich 6.700 Euro auf der hohen Kante. Das Pro-Kopf-Geldvermögen ist somit heute real je Einwohner in Gesamtdeutschland achtmal so hoch wie vor knapp 50 Jahren im früheren Bundesgebiet. Dagegen nimmt sich die Einkommensdynamik beinahe ärmlich aus: Zwischen 1960 und 1991 stieg das verfügbare Einkommen je Einwohner in den alten Ländern „nur“ auf das 2,7-fache, nach der Wende gab es gesamtdeutsch auf hohem Niveau noch ein Einkommensplus von 8 Prozent.

Das meiste Geld parken die Bundesbürger inzwischen nicht mehr bei den Banken. Kurzfristige und besonders langfristige Anlagen haben deutlich verloren.

Dagegen dient inzwischen fast ein Drittel des Geldvermögens der Altersvorsorge. So haben zwar die Pensionsrückstellungen von Betrieben trotz einer Verdoppelung der absoluten Beträge von 130 auf 260 Milliarden Euro leicht an Bedeutung verloren. Dies wurde aber durch das gestiegene Gewicht der Anlagen bei Versicherungen mehr als ausgeglichen. Die Lebensversicherungen und Pensionseinrichtungen, aber auch die Altersrücklagen der privaten Krankenversicherungen haben den größten Anteil daran, dass sich das bei Versicherungen angelegte Vermögen (einschließlich der kurzfristigen Anlagen) zwischen 1991 und 2008 von 400 Milliarden Euro auf fast 1,3 Billionen Euro verdreifacht hat und dadurch die Versicherungen jetzt knapp 29 Prozent (1991: 21 Prozent) des Bruttogeldvermögens verwalten.

Die Deutschen sind in den vergangenen 20 Jahren auch bedeutende Unternehmenseigner geworden, wenngleich das Platzen der New-Economy-Blase und die Finanzkrise vorübergehend die Lust auf Aktien gebremst haben. Ähnliches gilt für Investmentfonds.