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Rushhour in der Stadt ist für die Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln oft der reine Horror. Es ist eng, es müffelt und man macht gelegentlich mit dem Ellenbogen des Nachbarn Bekanntschaft.

Dass die Bundesbürger morgens und abends immer häufiger zusammenrücken müssen, kommt nicht von ungefähr: Wohnen und Arbeiten in der Stadt stehen wieder hoch im Kurs. In den 15 größten deutschen Städten leben inzwischen 17 Prozent der Bundesbürger – im Jahr 2000 waren es erst 15,5 Prozent.

Gleichzeitig ist die Zahl der Erwerbstätigen in den letzten Jahren stetig gestiegen, von 38,8 Millionen im Jahr 2005 auf 42,6 Millionen 2014. Und fast alle müssen pendeln, denn auf dem gleichen Grundstück – also im Homeoffice oder im eigenen Handwerksbetrieb – arbeiten nicht einmal 5 Prozent der Erwerbstätigen (Grafik).

Selbst die Straßen außerhalb der Metropolen und wachsenden Städte sind aufgrund der Jobhausse noch gut ausgelastet: Erst nach 2020, wenn die Babyboomer in Rente gehen, dürfte der demografische Wandel in vielen Regionen abseits der Wirtschaftszentren zu deutlichen Rückgängen der Beschäftigung und damit auch der Pendlerzahlen führen. Doch so weit ist es noch nicht:

Zwischen 2004 und 2012 ist die Zahl der Pendler um 11 Prozent gestiegen – ähnlich rasant wie die Beschäftigung.

Das IW Köln geht davon aus, dass es 2015 bei weiter steigender Erwerbstätigkeit einen neuen Pendlerrekord geben dürfte – gut 40 Millionen Menschen werden sich entweder täglich oder bei Teilzeit mehrmals wöchentlich auf den Weg machen, um ihren Arbeitsort zu erreichen.

Weil sich Jobs und Menschen zunehmend auf die Großstädte konzentrieren, sind die Arbeitswege nicht länger geworden. Im Jahr 2012 lebte wie 2004 knapp die Hälfte der Pendler maximal zehn Kilometer von ihrem Arbeitsort entfernt.

Während in den Metropolen der öffentliche Nahverkehr eine zentrale Rolle spielt, dominiert anderswo das Auto. Im Saarland fahren 9 von 10 Pendlern mit ihrem Pkw zur Arbeit, in Sachsen-Anhalt und Thüringen 8 von 10. In Berlin dagegen nutzen 44 Prozent U- und S-Bahn, Tram oder Bus. Das Auto kommt nur auf einen Anteil von 39 Prozent, während deutschlandweit zwei Drittel der Pendler den Pkw nutzen.

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Betreibergesellschaft für die Autobahnen
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IW-Direktor Michael Hüther rät in der Bild-Zeitung zu einer PKW-Maut, die den Verkehr lenkt, indem die Preise für die Straßennutzung nach Tageszeit und Verkehrsdichte variieren. Außerdem, schreibt er in seiner Kolumne "Der Wohlstands-Hüther", würde er die Zusatzeinnahmen durch die Maut über eine Betreibergesellschaft vorm Zugriff des Finanzministers schützen. mehr

iwd, Nr. 21 vom 26. Mai 2016

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Politiker behaupten gerne, Pkws mit Dieselmotoren seien allein verantwortlich für die hohe Stickoxidbelastung der Luft in deutschen Städten. Diese Darstellung ist aber arg vereinfacht. mehr